Knust­hö­he: Neu­er Anlauf für Wohn­ge­biet

rga vom 29.05.2020 von Frank Mich­al­c­zak

Bezirks­ver­tre­tung Len­nep gibt grü­nes Licht für kon­kre­te Pla­nun­gen

Nach Jahr­zehn­ten der Debat­ten soll nun das Len­ne­per Wohn­ge­biet Knust­hö­he ein­mal mehr Gestalt anneh­men. „Es ist eine der letz­ten gro­ßen Flä­chen, die dafür in ganz Rem­scheid in Fra­ge kom­men“, berich­te­te Raum­pla­ne­rin Chris­ti­na Kut­scha­ty in der Bezirks­ver­tre­tung (BV) Len­nep. Die Lei­te­rin des Fach­diens­tes Stadt­ent­wick­lung mach­te damit den Orts­po­li­ti­kern deut­lich, wie wert­voll aus ihrer Sicht das Are­al an der Ring­stra­ße – ganz in der Nähe zum Abzweig nach Lüttring­hau­sen – ist.

Obwohl das Bau­vor­ha­ben bei den Grü­nen auf Ableh­nung stößt, gab die BV am Mitt­woch­abend ein­mü­tig grü­nes Licht für die wei­te­ren Pla­nun­gen. Bezirks­bür­ger­meis­ter Mar­kus Köt­ter (CDU) gab Kut­scha­ty und ihrem Team jedoch Vor­ga­ben mit auf den Weg. Die Ver­kehrs­an­bin­dung des neu­en Wohn­ge­biets dür­fe kei­nes­falls über die Hein­rich-Hertz-Stra­ße und Pla­ta­nen­al­lee in der Nach­bar­schaft erfol­gen. Die dor­ti­gen Mie­ter und Haus­be­sit­zer müss­ten vor der zusätz­li­chen Pkw-Belas­tung bewahrt blei­ben. „Wir müs­sen die Inter­es­sen der Anwoh­ner größt­mög­li­chen beach­ten“, mahn­te er. Aus sei­ner Sicht kom­me ledig­lich eine Erschlie­ßung über die Ring­stra­ße in Fra­ge.

Die­se aber wird für den Kun­den­ver­kehr zum und vom geplan­ten Out­let-Cen­ter eine zen­tra­le Rol­le spie­len, erklär­te Klaus Kreut­zer in sei­ner Funk­ti­on als Vor­sit­zen­der des Han­dels­ver­bands Rhein­land, Regi­on Ber­gi­sches Land. „Was soll die Ring­stra­ße denn noch alles ver­kraf­ten? Da geht es doch um bis zu 1000 Fahr­zeu­ge, die durch das neue Wohn­ge­biet zusätz­lich unter­wegs sind“, rech­ne­te er vor. Er emp­fahl der Stadt­ver­wal­tung, sich „ande­ren ange­bis­se­nen Bröt­chen“ bei den Pla­nun­gen für Wohn­ge­bie­te zu wid­men.

So wie Kreut­zer hat­te auch Bür­ger­meis­ter David Schi­chel (Bünd­nis 90/Die Grü­nen) die Gele­gen­heit, in einer Sit­zungs­un­ter­bre­chung Stel­lung zu neh­men, wobei er sei­nen erkrank­ten Par­tei­freund Rolf Hau­mann ver­trat. Schi­chel lehn­te es ab, das Grün­land für die Wohn­be­bau­ung zu opfern. „Wir wer­den in den kom­men­den Wochen Bei­spie­le auf­zei­gen, wo Wohn­be­bau­ung im Bestand mög­lich sein wird“, kün­dig­te er an. „Unter ande­rem ist dies auf dem Gelän­de des Kran­ken­hau­ses in Hacken­berg bes­tens gelun­gen.“

Roland Kirch­ner (WiR) mach­te klar, dass es bei dem Auf­stel­lungs­be­schluss für das Gebiet mit etwa 200 Wohn­ein­hei­ten zunächst ein­mal dar­um gehe, die Öffent­lich­keit zu betei­li­gen. Inter­es­sier­te Bür­ger, aber auch Behör­den, kön­nen sich zu Wort mel­den – mit Ein­wän­den und Anre­gun­gen. „Das ist doch zu begrü­ßen“, erklär­te Kirch­ner.