Wahl­pro­gramm

Kom­mu­nal­wahl­pro­gramm 2014

Aus­ga­be 2 Stand März 2014

Poli­tik ist kein Selbst­zweck. Die kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung ist dazu da, dass die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger einer Kom­mu­ne über ihre Ver­tre­tung, den Rat, sinn­vol­le Ent­schei­dun­gen tref­fen kön­nen.

Der Rat ist der Ort, in dem Rich­tungs­ent­schei­dun­gen jeder Art ent­wi­ckelt wer­den. Die Rats­mit­glie­der sol­len Visio­nen ent­wi­ckeln, die dann gemein­sam mit dem Bür­ger und der Ver­wal­tung in rea­lis­ti­sche Pro­jek­te umge­setzt wer­den müs­sen.

Rat und Ver­wal­tung sol­len der Stadt und ihren Bür­gern die­nen. Wobei im Wett­be­werb der Ide­en die bes­ten Lösun­gen im Mit­tel­punkt ste­hen müs­sen und nicht die Fra­ge, wie man in der Öffent­lich­keit gegen den poli­ti­schen Kon­kur­ren­ten punk­ten kann. Denn nur wenn wei­ter­hin alle gemein­sam an Lösun­gen mit­wir­ken – Ver­wal­tung, Poli­tik und Bür­ger – kön­nen W.i.R. unse­re Stadt in die finan­zi­el­le Selb­stän­dig­keit und damit wie­der zur ech­ten Selbst­ver­wal­tung und –ver­ant­wor­tung füh­ren.
Damit die Rem­schei­de­rin­nen und Rem­schei­der ihre Inter­es­sen im Sin­ne Rem­scheids wahr­neh­men, gibt es die W.i.R.:

  • W.i.R. sind kei­nen Lan­des- bzw. Bun­des­par­tei­en oder irgend­wel­chen Ver­bän­den gegen­über ver­pflich­tet.
  • Als Ver­ein sind W.i.R. unab­hän­gig von staat­li­cher Finan­zie­rung.
  • W.i.R. ach­ten das Gewis­sen: unse­re Ver­tre­ter im Rat, in den Bezirks­ver­tre­tun­gen und in den Aus­schüs­sen unter­lie­gen kei­ner­lei Frak­ti­ons­zwang. W.i.R. rin­gen zwar um gemein­sa­me Posi­tio­nen, aber nie­mand wird in den Rei­hen der W.i.R. zu irgend­et­was gezwun­gen.

Trotz aller Indi­vi­dua­li­tät haben W.i.R. aber gemein­sa­me Grund­sät­ze und Zie­le:

W.i.R. füh­len uns unse­ren Kin­dern ver­pflich­tet und möch­ten ihnen ger­ne eine las­ten­freie Stadt mit Zukunft über­las­sen. Die letz­ten Jah­re haben gezeigt, dass die­ses Ziel eine gewal­ti­ge Kraft­an­stren­gung erfor­dert. Das umso mehr, wenn W.i.R. gleich­zei­tig die Stadt für uns annehm­bar und lebens­wert erhal­ten wol­len.

Das kann nur gelin­gen, wenn die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die­ser Stadt mehr Ver­ant­wor­tung über­neh­men kön­nen, denn vie­les Schö­ne und Wün­schens­wer­te kann nicht mehr durch die Stadt allei­ne bereit­ge­stellt wer­den. Und: je mehr Ver­ant­wor­tung die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger über­neh­men, des­to weni­ger Poli­tik und Ver­wal­tung brau­chen W.i.R..

W.i.R. wis­sen, dass W.i.R. unse­re Zie­le nicht allei­ne errei­chen kön­nen. Des­halb ver­su­chen W.i.R., uns in Sach­fra­gen mit den ande­ren poli­ti­schen Kräf­ten im Stadt­rat zu eini­gen oder Kom­pro­mis­se zu erzie­len. Dabei ist für uns neben­säch­lich, wer die bes­te Idee hat. Haupt­sa­che: sie wird umge­setzt. Poli­ti­sche Tausch­ge­schäf­te oder lang­fris­ti­ge Koali­tio­nen leh­nen W.i.R. ab: Unser Ziel ist die bes­te Lösung für jede Sach­fra­ge.

 

  1. Kin­der als unser Maß

W.i.R. glau­ben, dass jede Genera­ti­on ver­pflich­tet ist, der Nach­fol­gen­den kei­ne schlech­te­ren Chan­cen zu über­las­sen als sie sel­ber vor­ge­fun­den hat. Des­halb sind Kin­der in Rem­scheid das Maß, an dem W.i.R. uns ori­en­tie­ren. Es lohnt sich, in Kin­der zu inves­tie­ren.

Wenn es um Nach­hal­tig­keit geht, ste­hen die Finan­zen oft im Mit­tel­punkt: In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten erb­ten nach­fol­gen­de Genera­tio­nen einen wach­sen­den Schul­den­berg; die­sen Teu­fels­kreis müs­sen W.i.R. durch­bre­chen. W.i.R. sind froh, dass Poli­tik und Ver­wal­tung ers­te Schrit­te in die­se Rich­tung auf­ge­nom­men haben und wer­den die­sen Weg kon­struk­tiv und kri­tisch wei­ter­hin beglei­ten.

Dafür müs­sen Poli­tik und Ver­wal­tung end­lich begrei­fen, dass Schul­den­ma­chen kein Kava­liers­de­likt ist, bei dem man sich nur nicht vom Regie­rungs­prä­si­den­ten erwi­schen las­sen darf, son­dern eine fun­da­men­ta­le Belas­tung unser aller Zukunft.

Spar­sam­keit, Effi­zi­enz und das Hin­ter­fra­gen aller Aus­ga­ben ist nicht nur dann sinn­voll, wenn es von der Lan­des­re­gie­rung gefor­dert wird. Es muss die Maxi­me einer stol­zen und eigen­stän­di­gen Stadt blei­ben und ist des­halb ein Ste­cken­pferd der W.i.R.. Trotz­dem freu­en W.i.R. uns, wenn das Ange­bot zur lang­fris­ti­gen Ent­schul­dungs­hil­fe von Rat und Ver­wal­tung ange­nom­men und zumin­dest teil­wei­se unge­setzt wird.

Wenn W.i.R. auch spa­ren müs­sen, die Zukunft unse­rer Stadt liegt in der Bil­dung und Aus­bil­dung.

Hier sind W.i.R. bereit zu inves­tie­ren und ent­spre­chen­de Rah­men­be­din­gun­gen zu schaf­fen. Dabei ist unser Ziel ein ganz­heit­li­ches Bil­dungs­an­ge­bot, das neben der Schu­le und Aus­bil­dung auch kul­tu­rel­le und sport­li­che Betä­ti­gung umfasst. Das heißt nicht, dass W.i.R. kri­tik­los allen Aus­ga­ben im Schul­be­reich zustim­men wer­den, aber W.i.R. wer­den uns stän­dig fra­gen, ob und wie eine Maß­nah­me die Chan­cen der Rem­schei­der Kin­der und Jugend­li­chen erhöht. Es geht uns dabei nicht um ideo­lo­gi­sche Grund­de­bat­ten: W.i.R. hal­ten die Ein­füh­rung der Sekun­dar­schu­le für einen guten Kom­pro­miss zwi­schen den Bedürf­nis­sen der Eltern und der For­de­rung der hei­mi­schen Wirt­schaft nach geeig­ne­tem Fach­ar­bei­ter­nach­wuchs.

Dies gilt auch für die Inte­gra­ti­on. W.i.R sind über­zeugt, dass Sprach­kom­pe­tenz und kul­tu­rel­le sowie auch jede ande­re Teil­ha­be der Schlüs­sel zur Inte­gra­ti­on von Migran­ten sind — und die not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung für eine erfolg­rei­che per­sön­li­che Zukunft.

Des­we­gen müs­sen W.i.R alles tun, damit in Kin­der­gär­ten und Grund­schu­len jedes Kind die reel­le Mög­lich­keit erhält, sich ent­spre­chend dem eige­nen Poten­zi­al zu ent­wi­ckeln und dadurch eine viel­fäl­ti­ge Durch­mi­schung in ein­zel­nen Schul­for­men erhal­ten bleibt.

 

  1. Der Erhalt von Umwelt und Natur ist Fun­da­ment der Stadt­ent­wick­lung

Was hät­ten unse­re Kin­der, Enkel und alle spä­te­ren Nach­kom­men von aller Für­sor­ge, exzel­len­ter Bil­dung und siche­ren, gerecht bezahl­ten Arbeits­plät­zen, wenn sie in einer total zer­sie­del­ten Stadt, mit einer weit­ge­hend zer­stör­ten Natur-und Kul­tur­land­schaft leben wür­den, die die­sen Namen nicht mehr ver­dient hät­te?

Das bedeu­tet für uns:

  • Abso­lu­ten, nach­hal­ti­gen Schutz der bereits vor­han­de­nen 23 Natur­schutz­ge­bie­te. Dazu gehö­ren neben Wald­be­rei­chen auch Feucht- und Mager­wie­sen sowie selbst­ver­ständ­lich alle Bach-, Fluss­läu­fe und Auen­wäl­der.
  • Auch die Land­schafts­schutz­ge­bie­te unter­lie­gen einem beson­de­ren, jedoch nicht gene­rel­len Schutz. Hier soll­ten bau­lich not­wen­di­ge Ein­grif­fe so umwelt­scho­nend wie mög­lich vor­ge­nom­men wer­den.
  • Dem zukünf­ti­gen Flä­chen­ver­brauch, auch für neue Gewer­be­flä­chen, sind in Rem­scheid bereits jetzt natür­li­che Gren­zen gesetzt. Des­halb soll­ten die knap­pen Flä­chen­res­sour­cen in Zukunft nicht sinn­lo­sen Ansied­lun­gen von Dis­coun­ter­märk­ten etc. geop­fert wer­den. W.i.R. drin­gen daher auf die vor­ge­leg­te Ver­ab­schie­dung und kon­se­quen­te Ein­hal­tung des neu­en Ein­zel­han­dels­kon­zep­tes.

Alles Han­deln gegen die­se Prin­zi­pi­en wür­de zwar noch den der­zei­ti­gen Erwach­se­nen, gemes­sen am Welt­stan­dard, vor­züg­li­che Lebens­be­din­gun­gen bie­ten, den nach­fol­gen­den Genera­tio­nen aber einen Scher­ben­hau­fen hin­ter­las­sen. W.i.R. wol­len das nicht.

 

  1. Die Stadt den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern zurück­ge­ben

Wenn W.i.R. künf­ti­gen Genera­tio­nen eine lebens­wer­te Zukunft bie­ten wol­len, müs­sen W.i.R. ange­sichts der knap­pen öffent­li­chen Mit­tel den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern mehr Ver­ant­wor­tung für die Din­ge über­ge­ben, die unse­re Stadt für uns heu­te lie­bens­wert macht.

Uns ist bewusst, dass Rem­scheids Ver­eins­land­schaft und die fast unbe­schreib­bar hohe Bereit­schaft ihrer Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, sich für ihre Belan­ge und Inter­es­sen ein­zu­set­zen, eine wich­ti­ge Res­sour­ce unse­rer Stadt ist. Des­halb wol­len W.i.R. ermög­li­chen, dass vie­le Insti­tu­tio­nen unse­rer Stadt – vor allem im Bereich Sport und Kul­tur – durch inter­es­sier­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die sich in Trä­ger­ver­ei­nen orga­ni­sie­ren, ver­stärkt finan­ziert und in ihren Gestal­tungs­zie­len ver­ant­wor­tet wer­den.

Unse­re Ant­wort auf die Finanz­kri­se sind nicht För­der­ver­ei­ne. W.i.R. wol­len kein Modell, in das die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ihr Geld geben und dann Poli­tik und Ver­wal­tung anord­nen, was gemacht wird. W.i.R. wol­len Trä­ger­ver­ei­ne, die dann auch die Rich­tung der von ihnen getra­ge­nen Insti­tu­tio­nen bestim­men. W.i.R. glau­ben, dass die­se „Exper­ten“ dann auch zu bes­se­ren Ergeb­nis­sen kom­men.

Das neue Finan­zie­rungs­mo­dell der Ber­gi­schen Sym­pho­ni­ker zeigt den Weg: Neben den Städ­ten Rem­scheid und Solin­gen sind die För­der­ver­ei­ne Mit­ge­sell­schaf­ter gewor­den – mit allen mate­ri­el­len Kon­se­quen­zen. W.i.R. kön­nen uns vor­stel­len, deren Rol­len noch wei­ter auf­zu­wer­ten.

Die­ses Modell bür­ger­schaft­li­chen Enga­ge­ments wol­len W.i.R. auch auf ande­re Insti­tu­tio­nen über­tra­gen, bei denen kein Bil­dungs­auf­trag sicht­bar wird.

Im Bereich des Sports unter­stüt­zen W.i.R. prin­zi­pi­ell die Idee des Rem­schei­der Sport­bun­des, den betrof­fe­nen Ver­ei­nen mehr Ver­ant­wor­tung für die Sport­stät­ten in Rem­scheid zu über­tra­gen.

W.i.R. ver­su­chen in die­sem Zusam­men­hang auch dar­auf hin­zu­wir­ken, dass die For­de­rung des Sport­bun­des, über den Pakt des Sports hin­aus Ein­wir­kungs­mög­lich­kei­ten im Bereich der Sport­ent­wick­lung zu fin­den, Umset­zung erfah­ren kann. Dabei hal­ten W.i.R. die Hob­by­sport­mög­lich­kei­ten der Bür­ger fest im Blick.

Anfang 2004 wur­de für Rem­scheid das SOS-Kon­zept (Sau­ber­keit, Ord­nung und Sicher­heit) ein­ge­führt – und unmit­tel­bar nach der Kom­mu­nal­wahl aus Finan­zie­rungs­grün­den ein­ge­stellt. Die Pro­ble­me unse­rer Stadt haben sich aber nicht ver­än­dert: Rem­scheid hat immer noch einen Nach­hol­be­darf in Sachen Sau­ber­keit, Ord­nung und Sicher­heit.

Auch hier möch­ten W.i.R. nur durch das eigen­ver­ant­wort­li­che Han­deln aller Rem­schei­der errei­chen, dass unse­re Stadt sau­be­rer wird. Und da die Finanz­la­ge unse­rer Stadt nicht bes­ser gewor­den ist, kön­nen Poli­tik und Ver­wal­tung nur Anstoß geben und Koor­di­nie­rung leis­ten – mehr nicht, aber auch nicht weni­ger.

Bei­spie­le sind:

  • Ver­schö­ne­rungs­wett­be­wer­be;
  • Nach­bar­schafts­ver­ei­ne;
  • Stadt­teil­kon­fe­ren­zen;
  • För­de­rung und Unter­stüt­zung von Paten­schaf­ten durch Pri­vat­per­so­nen und Fir­men;
  • Sau­ber­keits­wett­be­wer­be für Rem­schei­der Schu­len.

 

  1. Schon heu­te ein Wirt­schafts­stand­ort für über­mor­gen

Um Rem­scheid eine Zukunft zu ermög­li­chen, braucht Rem­scheid Arbeits­plät­ze, die es unse­ren Kin­dern erlau­ben hier zu woh­nen und spä­ter eine gute Anstel­lung zu fin­den. Ent­schei­dend wird dafür sein, vor Ort kla­re Stand­ort­kom­pe­ten­zen her­aus­zu­ar­bei­ten und zu stär­ken. Rem­scheid muss ein eigen­stän­di­ger Stand­ort­be­griff wer­den.

Rem­scheid besitzt eine Wirt­schafts­struk­tur mit vie­len mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­mern, die in ihren Geschäfts­fel­dern Welt­klas­se sind. Wenn es gelingt, die­se Kom­pe­ten­zen zu ver­net­zen und einen krea­ti­ven Aus­tausch zu för­dern, wird die Stadt auf­blü­hen. Neben einem Unter­neh­mer­tum, das vor­aus­schau­end denkt und han­delt, brau­chen W.i.R. eine Ver­wal­tung, die die Spra­che der Unter­neh­mer und die Dyna­mik unter­neh­me­ri­schen Han­delns begreift und dies in ihrem eige­nen Han­deln wider­spie­gelt.

Ein poli­tisch und städ­tisch unter­stütz­tes und geför­der­tes Unter­neh­mer- und Unter­neh­mens­netz­werk kann die Keim­zel­le für einen Bil­dungs- und For­schungs­stand­ort Rem­scheid dar­stel­len. Hier, wo Spit­zen­tech­no­lo­gie und Unter­neh­mer­tum auf­ein­an­der tref­fen, kön­nen die Ide­en zu Inno­va­tio­nen wer­den. Des­halb wol­len W.i.R. alles dafür tun, ein sol­ches Unter­neh­mens­netz­werk mit Insti­tu­tio­nen der For­schung und der Bil­dung zu ver­bin­den und wenn mög­lich die­se in Rem­scheid ansie­deln.

In einem sol­chen Umfeld wer­den sich auch hoch­wer­ti­ge und attrak­ti­ve Arbeits­plät­ze im pro­duk­ti­ons­na­hen Dienst­leis­tungs­be­reich ansie­deln. Denn die Attrak­ti­vi­tät die­ser Stadt wird auch davon abhän­gen, ob es gelingt, eine aus­ge­wo­ge­ne sozia­le Struk­tur her­zu­stel­len, die ein­fa­chen Arbei­tern wie aka­de­mi­schen Exper­ten einen Platz bie­tet.

Mit einer Fokus­sie­rung auf die­se Form von Unter­neh­men kann die Stadt Rem­scheid auch bes­ser hin­neh­men, dass ihr die Mög­lich­kei­ten zu gro­ßen, neu­en Gewer­be­ge­bie­ten lang­sam aus­ge­hen. Wahr­schein­lich wird das Gleis­drei­eck in Ber­gisch Born auf vie­le Jah­re das letz­te gro­ße Pro­jekt in die­ser Rich­tung wer­den. Und auch die­ses wird nach den Vor­stel­lun­gen der W.i.R. erst dann rea­li­siert wer­den, wenn sich gleich­zei­tig auch die Ver­kehrs­si­tua­ti­on in Ber­gisch Born deut­lich ver­bes­sert hat.

Inso­fern wird das The­ma „Nut­zungs­fort­set­zung“ für älte­re Gewer­be­be­rei­che in den Mit­tel­punkt rücken – und das heißt prak­tisch, dass die Wer­bung exter­ner Groß­in­ves­to­ren ins Lee­re lau­fen wird. Aus unse­rer Sicht muss im Mit­tel­punkt der Wirt­schafts­för­de­rung der Erhalt der ein­ge­ses­se­nen Betrie­be und ihrer Bedürf­nis­se sowie die För­de­rung von Exis­tenz­grün­dern im Mit­tel­punkt lie­gen.

Zum Wirt­schafts­stand­ort von mor­gen gehört aber auch, dass W.i.R. die Initia­ti­ve der Ber­gi­schen Indus­trie-und Han­dels­kam­mer unter­stüt­zen, die ber­gi­schen Städ­te an den Ver­bund der Städ­te und Regio­nen im Rhein­land anzu­schlie­ßen. Im Hin­blick dar­auf, dass die Euro­päi­sche Uni­on ihre zukünf­ti­gen Struk­tur­hil­fen an Metro­pol­re­gio­nen ver­gibt, wer­den W.i.R. die Bestre­bun­gen der Ber­gi­schen Ent­wick­lungs­agen­tur zur Ver­bin­dung mit der „Metro­po­le Rhein­land“ stär­ken.

 

  1. Rem­scheid – eine inte­grie­ren­de Stadt

In Rem­scheid wer­den alle gebraucht. Die­se Stadt soll nie­man­den aus­gren­zen, der sich in die­se Gemein­schaft ein­bringt. Wenn ein­zel­ne die Hil­fe die­ser Gemein­schaft in Anspruch neh­men müs­sen, dann set­zen W.i.R. auf Hil­fe zur Selbst­hil­fe, wo es mög­lich ist. In sozia­ler Hin­sicht muss jeder Mit­bür­ger den Bei­trag leis­ten, der ihm zuzu­mu­ten ist, danach set­zen W.i.R. auf bür­ger­schaft­li­che Initia­ti­ve und das Ehren­amt, zum Bei­spiel auch die Kir­chen und Gemein­den in die­ser Stadt. Zuletzt kommt die städ­ti­sche Hil­fe. Aber in jedem Fall muss die mensch­li­che Wür­de jeder­zeit gewahrt wer­den. Antrag­stel­ler sind kei­ne Bitt­stel­ler (dies soll­te eigent­lich für jeden Bereich gel­ten).

W.i.R. sind davon über­zeugt, dass die demo­gra­phi­sche Ent­wick­lung neu­es Poten­zi­al für ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment bie­tet. Wenn Rem­scheid die Lebens­er­fah­rung und das Enga­ge­ment sei­ner älte­ren Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger nutzt, hat es eine Quel­le für wach­sen­de Lebens­qua­li­tät erschlos­sen. Älte­re Mit­bür­ger und ihr Erfah­rungs­schatz gehö­ren in die Mit­te der Gesell­schaft.

Dies gilt auch für Rem­schei­der mit Behin­de­run­gen: Inklu­si­on ist nicht nur ein The­ma der Schu­le: Bar­rie­re­frei­heit ist heu­te die Vor­aus­set­zung für die gesell­schaft­li­che Teil­ha­be von jeder­mann.

Und auch Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­gern mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund gehö­ren in die Mit­te unse­rer Gesell­schaft. Dazu müs­sen sie aber einen eige­nen Bei­trag leis­ten. För­dern und for­dern gehört für uns zusam­men. Wer sich ein­bringt z.B. in der Stadt­teil­ar­beit, bei Eltern­ar­beit in Kin­der­gar­ten und Schu­le und damit sei­nen Bei­trag zur Inte­gra­ti­on leis­ten möch­te, soll jede denk­ba­re Hil­fe durch die Stadt erhal­ten. Dies gilt ins­be­son­de­re für Sprach­kom­pe­tenz und Bil­dung. Aller­dings erwar­ten W.i.R. auch, dass sich jeder an die all­ge­mei­nen Rech­te und Pflich­ten hält. Der über­wie­gen­de Teil der Rem­schei­de­rin­nen und Rem­schei­der (mit und ohne Migra­ti­ons­hin­ter­grund) han­delt so.

W.i.R. wol­len, dass die auf akti­ve Gestal­tung und Teil­ha­be aus­ge­rich­te­te Arbeit des neu­ge­wähl­ten Inte­gra­ti­ons­ra­tes in unse­rer Stadt zum Erfolg geführt wer­den kann. Dies liegt aber im Wesent­li­chen in der Hand des Inte­gra­ti­ons­ra­tes selbst, dem W.i.R. ger­ne unse­re Hil­fe und Zusam­men­ar­beit anbie­ten.

W.i.R. wol­len unse­ren Bei­trag dazu leis­ten: wenn auch nicht jeder Bür­ger die­ser Stadt deut­sche Ahnen hat, jung ist oder gesund – alle sind sie Rem­schei­der! Inte­gra­ti­on beginnt im Kopf.

Prin­zi­pi­ell wün­schen W.i.R. uns, dass die Stadt kei­ne eige­nen Sozi­al­in­sti­tu­tio­nen wie z.B. Alten- und Pfle­ge­hei­me betreibt, damit sie als unab­hän­gi­ge Auf­sicht umso kri­ti­scher wachen kann. W.i.R. glau­ben, dass mehr Wett­be­werb mit­tel­fris­tig zu mehr Qua­li­tät im sozia­len Sek­tor führt, und dass der­je­ni­ge, der das unter­neh­me­ri­sche Risi­ko trägt und den öffent­li­chen Qua­li­täts­an­for­de­run­gen ent­spricht, eine Sozi­al­in­sti­tu­ti­on unab­hän­gig füh­ren kann. W.i.R. mah­nen aber eine lang­fris­tig gesi­cher­te Kran­ken-und Pfle­ge­ver­sor­gung in der Stadt an und zwar für alle Genera­tio­nen und alle sozia­len Schich­ten ohne Unter­schied.

 

  1. Stadt­ent­wick­lung: Betrof­fe­ne zu Betei­lig­ten machen

Die Dis­kus­sio­nen rund um das Desi­gner Out­let Cen­ter (DOC) haben gezeigt, dass jedes Pro­jekt zur Stadt­ent­wick­lung in der Regel eine gro­ße Grup­pe Befür­wor­ter hat und eine Grup­pe Geg­ner – meis­tens durch das Pro­jekt direkt Betrof­fe­ne.

W.i.R. wol­len bei sol­chen Pro­jek­ten in Zukunft zwei Din­ge unmit­tel­bar ver­an­kern:

Die unmit­tel­ba­re und unzen­sier­te Infor­ma­ti­on sowie den Las­ten­aus­gleich gegen­über berech­tig­ten, direkt Betrof­fe­nen. Alle Bür­ger haben ein Recht auf unmit­tel­ba­re Infor­ma­tio­nen zu Pro­jek­ten, das gilt ganz beson­ders für Betrof­fe­ne; denn Unwis­sen­heit schürt Ängs­te. W.i.R. sehen hier auch die Stadt­ver­wal­tung in der Pflicht, Pro­jek­te mit Infor­ma­tio­nen vor­zu­be­rei­ten.

Dane­ben sehen W.i.R. es als Auf­ga­be der Poli­tik an, Las­ten der betrof­fe­nen Pro­jekt­an­woh­ner so weit mög­lich zu ver­mei­den und wo nötig einen Aus­gleich zu fin­den. Denn das Wohl der All­ge­mein­heit steht über dem des Ein­zel­nen.

Da, wo Pro­jek­te das Leben und Woh­nen in unse­rer Stadt für vie­le Mit­bür­ger weit­ge­hend und nach­hal­tig berüh­ren und ver­än­dern, wol­len W.i.R. Bür­ger­ent­schei­de durch­füh­ren, damit Groß­pro­jek­te nicht leicht­fer­tig durch Ver­wal­tung und Rat abge­nickt wer­den. Eine abschlie­ßen­de Befra­gung der Bür­ger hilft, den Qua­li­täts­druck in der gesam­ten Pla­nungs­pha­se hoch zu hal­ten. Ers­tes Bei­spiel und ers­ter kon­kre­ter Fall ist für uns dabei das DOC in Len­nep, über des­sen Rea­li­sie­rung vor dem ers­ten Spa­ten­stich abschlie­ßend die Bür­ger ent­schei­den sol­len.

 

  1. Den Kreis qua­drie­ren: mehr Ser­vice durch weni­ger Ver­wal­tung bei bes­se­rer Kon­trol­le

Bei der Wirt­schaft begin­nend, aber für alle Bür­ger gel­tend: Die Ver­wal­tung ist eine Ser­vice­stel­le für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Und nicht alles, was in der Ver­wal­tung ist wie es ist, muss auch so sein.

W.i.R. sind davon über­zeugt, dass mit ein wenig Phan­ta­sie und gutem Wil­len vie­le Ver­wal­tungs­pro­zes­se güns­ti­ger und kun­den­freund­li­cher gestal­tet wer­den kön­nen. So hal­ten W.i.R. zum Bei­spiel ein mobi­les Bür­ger­bü­ro für attrak­tiv und gleich­zei­tig kos­ten­güns­tig. Das glei­che gilt für Online-KFZ-Anmel­dun­gen unmit­tel­bar beim Auto­händ­ler. Und vie­les mehr ist denk­bar.

In Back-Office-Berei­chen set­zen W.i.R. auf Koope­ra­ti­on: Wenn die bes­ten Exper­ten Wup­per­tals, Solin­gens und Rem­scheids zusam­men­ar­bei­ten, soll­ten W.i.R. ins­ge­samt eine Erhö­hung der Pro­duk­ti­vi­tät errei­chen kön­nen. Unser Leit­bild ist dabei der Regio­nal­ver­band Ruhr­ge­biet: W.i.R hal­ten es für rich­tig, im Rah­men einer demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten Struk­tur – im Gegen­satz zu den Auf­sichts- und Bei­rä­ten kom­mu­na­ler Gesell­schaf­ten – ver­schie­dens­te Auf­ga­ben­be­rei­che zu zen­tra­li­sie­ren und einem gemein­sa­men Ver­bund zu über­tra­gen. Sowohl das Stand­ort­mar­ke­ting, die Flä­chen­ent­wick­lung, die Ver­kehrs­ge­stal­tung als auch Kul­tur und Sport kön­nen W.i.R. uns in einer der­art gebün­del­ten Ver­ant­wor­tung vor­stel­len. Hier erwar­ten W.i.R. die größ­ten Syn­er­gi­en zur Ent­las­tung des städ­ti­schen Haus­halts, ins­be­son­de­re wenn sol­che Zusam­men­ar­beits­mo­del­le nicht mehr steu­er­lich dis­kri­mi­niert wer­den.

Die Rol­le der Poli­tik in Räten und ähn­li­chen Gre­mi­en ist es dabei nicht, die Ver­wal­tung zu füh­ren. Dies ist Sache des Ober­bür­ger­meis­ters bzw. der Ober­bür­ger­meis­te­rin und der Dezer­nen­ten bzw. der Dezer­nen­tin­nen.

Aber neben

  1. der stra­te­gi­schen Steue­rung der Stadt – die Bür­ger­schaft soll­te über ihre Ver­tre­ter sagen, was sie will, und sich nicht immer etwas von der Ver­wal­tung vor­set­zen las­sen – ist
  2. die Kon­trol­le des Ver­wal­tungs­han­delns vor­nehms­te Auf­ga­be des Rates und W.i.R. neh­men die­se ernst.

Lei­der haben W.i.R. in der Ver­gan­gen­heit fest­stel­len müs­sen, dass ohne Nach­fra­gen Beschlüs­se auch schon mal nicht umge­setzt wer­den oder aber nicht so, wie sie beschlos­sen wur­den.

Fazit: Uns muss man nicht wäh­len, aber sinn­voll ist es …

W.i.R. bit­ten um Ihre Stim­me! Das heißt, dass W.i.R. Sie mit unse­ren Posi­tio­nen ger­ne im Stadt­rat reprä­sen­tie­ren möch­ten. Für die Auf­ga­be, die Stadt stra­te­gisch zu steu­ern und die Ver­wal­tung zu kon­trol­lie­ren, sind W.i.R. ein Pre­mi­um-Ange­bot! Man mag nicht immer mit unse­ren Ide­en zur Ent­wick­lung der Stadt ein­ver­stan­den sein, aber zumin­dest in der Ver­wal­tungs­kon­trol­le dürf­ten W.i.R. uns die höchs­te Kom­pe­tenz vor allen unse­ren Mit­be­wer­bern erar­bei­tet haben.

Wenn Sie uns wäh­len, kön­nen Sie von uns ein­deu­tig erwar­ten:

  • W.i.R. wer­den unse­re Auf­ga­ben sehr ernst neh­men;
  • W.i.R. wer­den jeden kon­struk­ti­ven Vor­schlag prü­fen und jede Vor­la­ge aus­führ­lich durch­ar­bei­ten;
  • W.i.R. wer­den zu jeder Vor­la­ge und jedem Vor­gang Fra­gen stel­len, wenn uns Sach­ver­hal­te nicht ein­deu­tig erschei­nen;
  • W.i.R. wer­den Sach­fra­gen nicht mit Per­so­nal­fra­gen ver­mi­schen;
  • W.i.R. wer­den vor Ent­schei­dun­gen kei­ne Abma­chun­gen tref­fen, die uns in unse­rer Ent­schei­dungs­frei­heit ein­schrän­ken;
  • W.i.R. wer­den Lösun­gen im Sin­ne der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger suchen;
  • W.i.R. wer­den nur das ver­spre­chen, was W.i.R hal­ten kön­nen;
  • W.i.R. wer­den kei­ne Idee ableh­nen ohne einen kon­struk­ti­ven Gegen­vor­schlag zu machen;
  • W.i.R. wer­den schmerz­haf­te Spar­maß­nah­men mit­tra­gen, wenn W.i.R. von deren Not­wen­dig­keit über­zeugt sind.

W.i.R. för­dern und for­dern bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment:

  • W.i.R. bie­ten Ihnen an, sich in vie­len Berei­chen die­ser Stadt ehren­amt­lich zu enga­gie­ren und W.i.R. wer­den Sie bei die­ser Auf­ga­be ernst neh­men;
  • W.i.R. erwar­ten von den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, sich an den für Sie erhal­tens­wer­ten frei­wil­li­gen Leis­tun­gen der Stadt finan­zi­ell zu betei­li­gen. Bei die­sem Enga­ge­ment wer­den W.i.R. Sie nach bes­ten Kräf­ten unter­stüt­zen.

Dem­entspre­chend ist es falsch zu erwar­ten:

  • dass W.i.R. die Lage beschö­ni­gen;
  • dass W.i.R. „Deals“ ein­ge­hen;
  • dass W.i.R. uns einen Tep­pich anschaf­fen wer­den, unter den W.i.R. alle Pro­ble­me keh­ren wer­den;
  • dass W.i.R. Wert auf poli­ti­sche Har­mo­nie legen, wenn dadurch die „hei­ßen Eisen“ lie­gen blei­ben.

W.i.R. freu­en uns auf die nächs­ten sechs Jah­re, in denen W.i.R unse­re Stadt nach vor­ne brin­gen möch­ten! Gemein­sam mit Ihnen!