Positionspapier der W.i.R. zu den Bergischen Symphonikern

Positionspapier der W.i.R. zu den Bergischen Symphonikern
 

Die Fusion der Bergischen Symphoniker aus den Orchestern Remscheids und Solingens war ein toller Erfolg: Neben höchster musikalischer Qualität wurden die finanziellen Vorgaben erfüllt, die ihnen die Städte gemacht hatten. Sie sind fleißig und repräsentieren unsere Region. Sie engagieren sich in der Ausbildung von Nachwuchsmusikern über die Orchesterakademie. Eine Mit-Eigentümerin wie die Stadt Remscheid kann da eigentlich nur zufrieden sein. Wenn jetzt wieder einmal über die Zukunft des Orchester geredet wird, liegt das nicht am Orchester, sondern nur an der finanziellen Situation Remscheids.

Denn die Stadt muss dem Orchester Jahr für Jahr einen Betriebskostenzuschuss von rund 1,8 Millionen Euro zahlen, welcher ausschließlich über Kredite finanziert wird. Dazu kommen etwa 0,6 Millionen Euro an Zinsen für die in den letzten 12 Jahren bezahlten Betriebskosten.

Jedes Jahr muss die Stadt für das Orchester de facto 2,4 Millionen Euro Schulden aufnehmen - aufgrund des Zinseszinseffektes mit steigender Tendenz!

Praktisch heißt das, dass wir die Kosten dafür, dass wir uns ein eigenes Orchester leisten, der Zukunft - also unseren Kindern und Kindeskindern - aufbürden.

Wir müssen im Sinne der Generationengerechtigkeit von einer Steuer- zu einer Spendenbezuschussung des Orchesters kommen! Das heißt, das Orchester sukzessive den Bürgern zu übergeben, also aus einem kommunalen Orchester ein Bürgerorchester machen.

W.i.R. schlagen vor, dass Orchester in die Hände eines dafür hoffentlich vereinigten Fördervereins zu legen, der dann von Remscheid und Solingen bezuschusst wird, aber mit langfristig sinkenden Beträgen. Dabei entstehen verschiedene Vorteile:

  • durch die sinkende Bezuschussung wachsen die Zukunftslasten weniger schnell
  • durch die Trägerschaft des Vereins wird das Orchester langfristig entpolitisiert
  • durch die Trägerschaft des Vereins ist es leichter möglich, das Orchester als "Bergisches Projekt" auch für unsere südlichen Nachbarn zu gestalten, so dass vielleicht Bürger aus Wermelskirchen, Radevormwald, Hückeswagen etc. oder gar die Städte selbst sich mit dem Orchester identifizieren und fördern
  • Überschüsse der Orchester GmbH würden nicht mehr zurück in die städtischen Haushalte überführt werden.

Natürlich werden die Remscheider und Solinger nicht von heute auf morgen 3,6 Millionen Euro pro Jahr (Zuschuss Remscheid und Solingen) zusammenbringen. Aber wenn das Orchester so tief in der Bevölkerung verankert und ein wichtiger Standortfaktor der Region ist, muss ja der Einstieg gelingen können. Und wenn nicht, dann muss man akzeptieren, dass zwar alle von Unterstützung reden, es aber den potenziellen Spendern offensichtlich nicht genug wert ist.

Das Orchester langfristig durch unsere Kinder und Enkel finanzieren zu lassen, ist der falsche Weg.

So oder so - das Schicksal des Orchesters gehört in die Hände der Remscheider und Solinger Bürgerinnen und Bürger.

Stand: 09/2007