Thesenpapier: Leitlinie für Politik und Verwaltung: Remscheid als internationales Werkzeugzentrum

Positionspapier: Leitlinie für Politik und Verwaltung: Remscheid als internationales Werkzeugzentrum
 

1. Die Auswirkungen der Globalisierung zeigen sich auch in Remscheid: Durch Kostendruck und erhöhtem Rationalisierungstempo sind auch in Remscheid viele Arbeitsplätze verloren gegangen und werden so auch nicht wieder entstehen.

2. Remscheid hat für die eigene Entwicklung zwei Alternativen: entweder entwickelt es sich zur Schlafstadt in der Rhein-Ruhr-Region, oder aber es nimmt die Herausforderung an und will sich auch in einem globalisierten Umfeld als das internationale Werkzeugzentrum etablieren.

3. Nur die Entwicklung zu einem internationalen Werkzeugzentrum eröffnet die Möglichkeit, über neue qualifizierte Arbeitsplätze und steigende Gewerbesteuer Remscheid zu einer neuen Blüte zu führen.

4. Für Remscheid bedeutet dies eine Qualitätsstrategie, bei der vor allem in der Werkzeugindustrie sich die Praxis mit Forschung und Bildung zu einem internationalen Werkzeugzentrum zusammenfindet, wo die Strategien und Techniken von morgen bereits erdacht und auch umgesetzt werden.

5. Remscheid kann zwei wichtige Voraussetzungen vorweisen, die die Bewältigung der Herausforderungen als möglich erscheinen lassen: seine mittelständische Wirtschaftsstruktur und das Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger. Dies manifestiert sich in einem ausgeprägten Kultur- und Vereinsleben.

6. Gerade Remscheids mittelständische Struktur bietet dafür die Basis, hier entsprechende Netzwerke entstehen zu lassen, und gerade diese sollten den Aufbau eines technischen Dienstleistungsangebots geradezu herausfordern.

7. Die Kommunalpolitik und die Kommunalverwaltungen sind Teil des notwendigen Wandels: wenn dieser gelingen soll, dann muss er die entsprechende Priorität erhalten - bisher findet er dort keinen Niederschlag.

8. Ziele des politischen Handelns müssen daher sein:

  • die Entwicklung einer neuen Mittelstandskultur, in der sich die Verwaltung und die Politik für die Entwicklung kleinerer Unternehmen einsetzen und ein neues Unternehmertum fördern;
  • der Aufbau von Kompetenznetzwerken zwischen den einzelnen Unternehmen sowie den relevanten Forschungsinstitutionen;
  • der Aufbau von Qualifizierungsinstitutionen ("Werkzeugakademie") zur Bildung von Werkzeug-Experten in Kooperation mit Unternehmen und Unternehmern.

9. Die Konzentration auf die Entwicklung Remscheids zu einem internationalen Werkzeugzentrum bedeutet für Politik und Verwaltung bei knappen finanziellen Mitteln die Konzentration auf zur Erreichung der Ziele notwendige Maßnahmen: um attraktiver Standort zu bleiben bzw. zu werden, darf Remscheid weder sozial verwahrlosen noch zur kulturellen Einöde verkommen - was darüber hinaus geht, muss aber auf den Prüfstand und gegebenenfalls beschnitten werden.

10. Der Rückzug der Kommune ist die Stunde des Bürgers: wo sich die Kommune zurückzieht, sind die Bürgerinnen und Bürger gefordert, mit eigenem Engagement die Lücke zu füllen: Institutionen im Interesse der Bürger werden so überleben, reine Subventionierungsanstalten werden untergehen.

11. Die Kooperation mit den Bergischen Großstädten wird durch die Konzentration auf die Remscheider Entwicklungsziele neue Impulse erhalten: wenn jede Stadt ein unverwechselbares Profil hat, muß zwischen den Partnern auch kein Neid entstehen: da Remscheid kein Klingenstandort werden will und Solingen nicht Werkzeugstadt werden will, kann auch eine gemeinsame Wirtschaftsförderung die Region bewerben. Gemeinsame Prozesse und Vorgehensweisen sollen vor allem zur Hebung von Synergien zwischen den drei Großstädten genutzt werden.

12. W.i.R. stellen uns den oben beschriebenen Herausforderungen und folgern für unser politisches Handeln:

  • W.i.R. wollen dem Thema Strukturwandel in der Politik und Verwaltung Raum geben. Auch das Rathaus muss sich diesem Thema stellen und Konzepte für die strukturelle wirtschaftliche Entwicklung Remscheids erstellen und sich insbesondere um die Unterstützung durch Land, Bund und EU bemühen.
  • W.i.R. wollen in unserer politischen Entscheidungen dem Thema "Remscheid als internationales Werkzeugzentrum" höchste Priorität einräumen.
  • W.i.R. verstehen die Bemühungen um strukturelle Einsparungen im städtischen Haushalt als notwendiges Mittel zur Konzentration auf das priorisierte Ziel, den Strukturwandel im Rahmen der Globalisierung erfolgreich zu bewältigen.
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