Testweise Öffnung der unteren Alleestraße: Neue Ideen- oder alte Zöpfe?

Testweise Öffnung der unteren Alleestraße: Neue Ideen- oder alte Zöpfe? 15.04.2010
Klartext von Roland Kirchner

Nach der Öffentlichkeitsbeteiligung im Rathaus wurden in den Medien von neuen Ideen berichtet, die nun von der Verwaltung geprüft werden. Leider zeigt das nur deutlich, dass die Verwaltung, sprich Herr Sonnenschein, nicht ernsthaft an der probeweisen Öffnung interessiert ist.

Alle hier genannten Ideen sind aus gutem Grund nicht umsetzbar, und Herr Sonnenschein wusste das bereits vor der Bürgerversammlung. Wenn nicht, hat er die Verwaltungsvorlage aus dem Jahre 2005 nicht gelesen. Nun wird er sich wieder Zeit nehmen, um in Ruhe über die Vorschläge nachzudenken, die alle bereits seit 2004 abgearbeitet sind.

Das Befahren der Alleestraße in Richtung Markt ist nicht möglich, da die Ausfahrt Richtung Blumenstraße über eine Busampel nicht StVO-gerecht ist und die wartenden Pkw zwischen den Bussen an der Haltestelle stehen würden. Die Ausfahrt in Richtung Elberfelder Straße ist am Markt problematisch, da dann zwei Busspuren (berg- und talwärts) gekreuzt werden müssen. Die Pkw sollten bergauf fahren, damit es leichter fällt, langsam zu fahren; bitte nicht lachen - leider ist das so. Die Ausfahrt über die Mandtstraße wurde gewählt, damit es nicht so einfach ist, mit dem Pkw zu "kreisen". Die Ausfahrt über die Wilhelm-Schuy-Straße würde die erneute Anfahrt der Alleestraße deutlich verkürzen.

Zuletzt möchte ich noch einmal allen ins Gedächtnis rufen, warum man versuchsweise Fahrzeuge auf die Alleestraße holen wollte. Der Grundgedanke war, den Fußgängern Raum zu nehmen und damit "Gedränge" vorzutäuschen. Herr Klotz sagte: "Die Ärsche müssen sich reiben." Leider finden die Menschen es interessanter, wenn der Platz beim Einkauf stark begrenzt ist. Bestes Beispiel ist die Remscheider Kirmes, wenn man eine Stunde am Riesenrad anstehen muss, finden es die meisten Besucher toll, kommt jeder direkt dran, war nichts los, und man überlegt, ob man da noch mal hingehen soll.

Abschließend, was ich hier geschrieben habe, ist nicht meine Meinung, sondern die Grundlage für den Beschlussentwurf der Verwaltung vor fünf Jahren. Meine Meinung ist: Man sollte es genau so wie ursprünglich geplant für drei Monate einen Versuch durchführen, und DANN nach besseren Lösungen oder Kompromissen suchen.

Ich habe schon oft von Bürgern und von Medienvertretern gehört, dass Remscheid eine breite, verlässliche Mehrheit braucht, die den "Karren aus dem Dreck" zieht. Am hier beschriebenen Beispiel zeigt sich deutlich was passiert, wenn sich eine Mehrheit nicht über ein gemeinsames Ziel findet, sondern aus Machtinteresse geschmiedet wird. Man versucht langwierig den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden.

Ob das sinnvoll und nachhaltig für die Remscheider Stadtentwicklung ist, mögen die beurteilen, die eine breite, verlässliche Mehrheit fordern.

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