Untergang des Abendlandes - Die Blume ist tot, es lebe die Blume

Untergang des Abendlandes - Die Blume ist tot, es lebe die Blume 12.11.2010
Klartext von Wieland Gühne

Die Karten für die Blume werden neu gemischt. Wenn man die aktuelle Presse aufschlägt, ist zu befürchten, dass bei der Blume alles so weitergeht wie bekannt, nur mit anderen Kampflinien.

Die Händler und deren Verbände rufen schon den Untergang des Abendlandes aus. Haben Sie, meine Damen und Herren, wirklich schon vergessen, wie es vor Jahren am Hauptbahnhof abgelaufen ist? Ex-Oberbürgermeister Schulz hatte auch ein Designer Outlet-Center (DOC) ins Gespräch gebracht. Eine sachliche Diskussion ist nie entstanden. Dafür haben wir heute einen Discounter, welcher dem Remscheider Einzelhandel mit Sicherheit mehr schadet als es das geplante DOC an dieser Stelle je gekonnt hätte. Da wird auch der in Kürze für 2,5 Mio. € gebaute Nordsteg nichts helfen.

Die Gestaltungsmehrheit beginnt einen Eiertanz und ist bemüht den Grünen nicht auf die Füße zu treten. Wie gesagt, die Karten werden neu gemischt. Als sich das Zweckbündnis geschlossen hatte, war sicher nicht vorauszusehen, dass es diese neue Situation an der Blume geben würde. Dies ist ein Grund mehr von den Beteiligten zu erwarten, dass diese Frage unabhängig von dem Bündnis, entsprechend der eigenen Überzeugungen, entschieden wird.

Für die W.i.R. - Fraktion ist dies eine Bestätigung, dass es zumindest in der Kommune falsch ist, auf Gedeih und Verderb zu allen Politikfeldern ein Bündnis einzugehen. Sachbezogene Zusammenarbeit, beispielsweise beim Sparpaket ist für uns die Lösung, welche der Stadt weiterhilft. Für mich stellt sich schon jetzt die Frage, welche Leidensfähigkeit die Mitglieder der FDP noch haben?

Etwas überrascht bin ich über die späten Erkenntnisse des Vorsitzenden des Heimatbundes, Peter Maar. Der W.i.R. wirft man oft eine Portion Blauäugigkeit vor. Dass Herr Maar als alter Politikprofi erst jetzt erkennt, dass Frau Oberbürgermeisterin Wilding sich nicht zu schade ist, selbst mit Unwahrheiten ihre Interessen durchzusetzen, ist für mich nicht so neu.

Ein Beispiel wie Frau Wilding mit der Wahrheit gegenüber dem Bürger umgeht, ist in der Pressemitteilung vom 02.11.2010  zu erkennen.

Zitat: „...Oberbürgermeisterin Beate Wilding: „Die Interessenten sind auf die Stadt Remscheid im Rahmen der Münchener Gewerbeimmobilienmesse EXPO REAL an mich herangetreten....“..

Das hört sich erst mal gut an. Wenn man aber weiß, dass Oberbürgermeisterin Wilding unter dem Siegel der Verschwiegenheit die Fraktionsvorsitzenden deutlich vor der EXPO Real informiert, hat sieht das völlig anders aus. Wetten, dass OB Wilding behaupten wird, sie meinte die EXPO von 2009.

Den Bürgern ergeht es also auch nicht anders als Herrn Maar. Wäre da nicht zumindest eine Entschuldigung gegenüber den Bürgern von Frau Wilding angebracht? Frau Wilding ist und bleibt (leider) ein Parteisoldat und handelt ausschließlich wahltagsbezogen, auch zum Nachteil ihrer "ach so geliebten" Stadt.

2004 und 2009 hat Herr Maar, zumindest in Lüttringhausen durch sein Verhalten maßgeblich im Kampf um den OB-Sessel für Frau Wilding seinen Beitrag geleistet. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan - der Mohr kann gehen. Die „Blauäugigkeit“ von Herrn Maar ist sicher damit zu begründen, dass er sich auf der Siegerstraße wähnte. Ihr Pech, Herr Maar, ist, dass keine Kommunalwahl ansteht, nicht mehr und nicht weniger.

Bedauerlich ist, und das meine ich ehrlich, wenn Sie sich, Herr Maar, von der politischen Bühne verabschieden sollten. Da wird mir etwas fehlen. An Ihnen konnte ich mich immer wieder so schön reiben. Ich denke zwischen der W.i.R. und Ihnen waren die Fronten immer klar. Aus unserer Position zur Blume haben wir nie ein Geheimnis gemacht. Dafür haben wir in Lüttringhausen bei der letzten Kommunalwahl mit Ihrer Hilfe kräftig geblutet.

Auch im Nachhinein halten wir unser Verhalten für richtig. Sie müssen sich in Zukunft entscheiden, ob Sie weiterhin kühl berechnenden Politikfreunden nachlaufen wollen oder ob es besser ist, sich mit Leuten auseinandersetzen, denen es um die Sache geht.

Die Zusage von Frau OB Wilding die Bürger zu beteiligen

Zitat: .... „Mir ist es wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger bereits in frühem Stadium von diesen Interessensbekundungen erfahren. Sollten diese Planungen weiterentwickelt werden, werde ich im Rat dafür werben, die Bevölkerung aktiv am Entscheidungsprozess zu beteiligen."

ist hoffentlich ernster gemeinter als zum Beispiel ihre Aussagen zum Sparpaket. Ich erinnere mich noch sehr gut an die 3 Showveranstaltungen zum Sparpaket.

Warum, so frage ich mich, haben wir Politiker nicht den Mut bei einem so kontrovers diskutierten Thema den Bürgern, und damit meine ich alle Remscheider Bürger, zu beteiligen? Ich  kann mir eine Beteiligung sehr gut vorstellen.

Wie das genau ablaufen soll, weiß ich heute auch noch nicht. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Klar sollte dabei sein, Alibiveranstaltungen hatten wir in den letzten Jahren genug.

Richtig oder gar nicht.

Es darf nicht so sein, dass am Ende die Politik das macht, was sie von Anfang an wollte.

Ich bin gespannt, welche Ideen Frau OB Wilding da konkret hat. Sicher hat auch sie gelernt.

Erinnern Sie sich noch lieber Leser?

Als wir vor Jahren unsere, von vielen belächelten Visionen zum Gewerbegebiet Blume an Hand von Modellen und Skizzen vorgestellt haben. Stichwort: Hundertwasser. Die Zeit war in Remscheid vielleicht noch nicht reif für Visionen.

Als vor Jahren die Studenten aus Wuppertal ihre kreativen Ideen zum Gewerbegebiet Blume vorgestellt haben und die Öffentlichkeit erstaunt war.

Als wir im Jahr 2003 das Konzept der Fa. Mexx vorgestellt haben.

Dies sind alles Ideen, welche man neu aufgreifen könnte.

Fazit:

Remscheid hat alle Chancen der Welt, aus dem Projekt DOC etwas wirklich Zukunftsfähiges für Remscheid zu machen. Es gibt Zeit genug für alle Probleme einvernehmliche Lösungen zu finden, so dass die Innenstädte von Lüttringhausen und Lennep profitieren werden. Kreativität ist gefragt. Und das alles mit und nicht gegen die Bürger!

Stöbern Sie bitte auch in unserem Klartext Archiv

Kommentare

Lieber Herr Gühne, warum

Lieber Herr Gühne,
warum müssen Sie das Thema Blume eigentlich immer ausschließlich auf meine Person fokussieren. Der Heimatbund Lüttringhausen, desssen Vorsitzender ich bin und den ich deshalb natürlich nach Aussen vertrete, hat einen Vorstand und einen Beirat. Diese bestehene aus 16 erwachsenen und meinungsfreudigen Bürgerinnen und Bürgern. Und diese 16 Personen vertreten und stützen - bis auf eine Ausnahme - die Blume-Politik, so wie ich diese für den Heimatbund in abgestimmter Weise nach Aussen trage.
Außerdem hat der Heimatbund Lüttringhausen 1.100 Mitglieder (Mitgliederzuwachs in diesem Jahr über 100 Personen), die in allen Mitgliederversammlungen in den letzten Jahren dem Blume-Kurs von Vorstand und Beirat des Heimatbundes zugestimmt haben.

Zum Thema Outlet-Center müssen wir uns im Übrigen nicht großartig positionieren, da wir uns sicher sind, dass diese Planungen aus verschiedenen Gründen scheitern werden.