Baustelle in Reinshagen soll bald verschwinden

Baustelle in Reinshagen soll bald verschwinden
RGA - Remscheider General-Anzeiger vom 14.04.2018

In der kommenden Woche will die Firma Open Grid ihre Arbeiten abschließen. Mitarbeiter berichten von Pöbeleien.

Seit 2014 erneuert die Open Grid Europe GmbH Ferngasleitungen in Remscheid. Sie werden bis Ende des kommenden Jahres in mehreren Bauabschnitten auf einer Länge von knapp sechs Kilometern ausgetauscht.

Weil die Bauarbeiten mit erheblichen Staus einhergehen, aktuell an der Baustelle Reinshagener Straße-/Ecke Tannenstraße, hatten Waltraud Bodenstedt und Ina Garweg von der Wählergemeinschaft in Remscheid (W.i.R.) Vertreter der Firma Open Grid Europe, die zurzeit ihren Sitz an der Reinshagener Straße hat, für Freitag zu einem Gespräch eingeladen. Die Politikerinnen wollten wissen, warum oft keine Arbeiter an den Baustellen zu sehen sind und ob man nicht im Zwei- oder Dreischichtbetrieb arbeiten könne.

„Es bleibt doch inzwischen länger hell, da könnten Sie doch auch länger arbeiten, um die Baustellenzeit zu verkürzen“, sagte Waltraud Bodenstedt mit Blick auf die Pendler und die Kleinbetriebe im Umfeld, die von den Staus besonders betroffen seien. Dass das nicht so einfach sei, machte Arno Benninghoff, Betriebsingenieur bei Open Grid, deutlich: „Wir können immer nur abschnittsweise arbeiten, denn die Kunden müssen ja zu jeder Zeit mit Gas versorgt werden.“ Welche Abschnitte dran sind, und wann sie dort arbeiten dürften, gebe die Stadt vor. „Manchmal müssen wir das gleiche Loch viermal öffnen. Das geht nicht anders, denn der Abschnitt, den wir zunächst nur abklemmen, muss später wieder eingebunden werden.“

Oberbaumeister sieht Arbeitsstunden am Limit
Um im Dreischichtbetrieb arbeiten zu können, würden erstens die Leute fehlen und zweitens, beispielsweise am Abend, der Krach weder den Anwohnern zuzumuten noch erlaubt sein. „Wir haben Mitarbeiter, die aus Friesland kommen, Die wollen am Wochenende nach Hause. Wenn das Wetter es zulässt, arbeiten wir zehn Stunden pro Tag, mehr geht nicht“, erklärte Oberbaumeister Karl-Heinz Schulmeistrat.

Dass es manchmal so aussieht, als würde an einer Baustelle nicht gearbeitet, liege an den Dichtheitsprüfungen, die nur von einem bestimmten Punkten aus durchgeführt würden. Insgesamt dauere eine solche Prüfung eine Woche, erklärte der Experte. Anfang des Jahres habe es ein Koordinierungsgespräch mit der Stadt gegeben, in dem festgelegt wurde, welche Firma wann was macht. Unter anderem seien Absprachen mit der Telekom nötig, die ja ebenfalls an ihren Leitungen in der Erden arbeite.

An der Reinshagener Straße sei man Ende der kommenden Woche fertig: „Für uns ist dann der Spuk vorbei“, bekräftigte Schulmeistrat. Er sei froh darüber. Denn es sei eine Frechheit, dass die Arbeiter an dieser Ecke angepöbelt, mit Flaschen beworfen würden. „Eine Scheibe an unserem Bagger wurde mit einem Stein eingeworfen. Das haben wir so noch nie erlebt.“

Autor: Sabine Naber

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