Zeitdruck verschärft den Verkehrskonflikt

Zeitdruck verschärft den Verkehrskonflikt
RGA - Remscheider General-Anzeiger vom 16.02.2018

NEUE KITA SEDANSTRAßE: BEZIRKSVERTRETUNG SÜD BITTET DARUM, SÄMTLICHE ALTERNATIVEN NOCH EINMAL ZU PRÜFEN.

Die problematische Verkehrserschließung im Bereich Sedan-, Metzer-, Spichernstraße für die neue Kindertagesstätte sei Thema in der Verkehrsbesprechung gewesen, berichtete Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Süd. Man „hat den Ernst der Lage erkannt,“ resümierte er – alle arbeiten an einer Lösung. Grote referierte auch die Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage des Fördervereins „Wohnquartier Hohenhagen“.

Schatzmeister Berthold Bovermann wiederholte die Bedenken, dass das zusätzliche Verkehrsaufkommen ein „unvertretbares Risikopotenzial“ sei. Der Verein sehe eine mögliche Alternative in der Verbindung der Sackgassen Sedan- und Wörthstraße und stellte insgesamt sechs Fragen.

Ist der Ringverkehr diskutabel, oder gibt es objektive „K.o.-Kriterien“? Die Verwaltung verweist darauf, dass der geltende Bebauungsplan Ringverkehr nicht erlaube, und dass die Verwaltung unter hohem Zeitdruck stehe, fehlende Kita-Plätze schaffen zu müssen.

Wie sieht das Parkplatz-Konzept der Kita aus? Die müsse mindestens vier Stellplätze nachweisen; die Verkehrssituation sei Bestandteil des Baugenehmigungsverfahrens.

Ist sichergestellt, dass parkplatzsuchende Kita-Eltern nicht in den Bereich der Schule ausweichen? Für die Sicherung des Schulgeländes gegen unbefugtes Befahren sei die Schule zuständig.

Entfallen die Lehrerparkplätze der Walther-Hartmann-Schule – wenn, wo wird Ersatz geschaffen? Flächen im Wendehammer und davor seien schon heute öffentlich; Lehrerparkplätze hingegen gebe es auf dem Grundstück nebenan.

Wurde geprüft, ob die Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge auch bei deutlich höherem Verkehrsaufkommen den Erfordernissen entsprechen? Eine detaillierte Prüfung der Frage finde im Rahmen des Genehmigungsverfahrens statt.

Wie lange Planungsänderungen überhaupt möglich seien - eine Antwort auf diese Frage mochte die Verwaltung zurzeit noch nicht geben. Waltraud Bodenstedt, Sprecherin der WiR-Ratsgruppe, hatte den Ringverkehr ebenfalls in die Diskussion gebracht – einen B-Plan könne man ändern, meinte sie.

Schabla glaubt nicht mehr an gesunden Menschenverstand
Werner Grimm, der Kita-Koordinator, erinnerte daran, dass im Südbezirk 162 Plätze fehlen. Wenn hier ein Wendehammer hin soll, sei es sinnvoll, da auch den Eingang zu haben – nicht, wie angeregt, in der Wörthstraße, wo es dafür nicht genügend Platz gebe. Die Änderung eines B-Plans nehme im günstigsten Fall zweieinhalb Jahre in Anspruch – dagegen spräche, dass erste Klagen im Raum stünden von Eltern, die auf den Rechtsanspruch auf einen Platz pochen. Insofern stecke die Stadt in der Zwickmühle und könne sich nicht mehr auf die Suche nach Grundstücken machen und B-Pläne ändern.

Weil es sich hier um einen externen Träger handele, habe die Stadt nur eine vermittelnde Funktion. Das Grundstück sei formal zwar noch nicht verkauft, die Pläne befänden sich allerdings bereits zur Abstimmung beim Landesjugendamt. Träger und Investor würden sich sowohl im Jugendhilfeausschuss als auch in der Bezirksvertretung noch vorstellen.

Als kleines „Trostpflaster“ fügte er hinzu, dass Kita-Eltern in einem Zeitraum bis 9 Uhr an- und abfahren und mithin „nicht alle zeitgleich“ an- und abfahren. Grote hoffte darauf, dass viele zu Fuß kommen. Aber Klaus Wetzel (Linke) erinnerte daran, dass Kita-Eltern heutzutage aus der ganzen Stadt kommen. Paul Uwe Schabla (CDU) fügte hinzu: „An den gesunden Menschenverstand glaube ich nicht mehr.“ Dierk Martz (Grüne) regte noch die Einrichtung eines Haltepunkts für die Eltern an.

Autor: Thomas Wintgen