Grundschule: Zitterpartie geht weiter

Grundschule: Zitterpartie geht weiter
RGA - Remscheider General-Anzeiger vom 31.01.2018

Adolf-Clarenbach bewegt sich im Grenzbereich zwischen einer oder zwei Eingangsklassen.
Im zweiten Gang stimmte der Schulausschuss gestern Abend einstimmig den Anmeldungen der Schulneulinge 2018/19 mit der Bildung einer zusätzlichen Eingangsklasse am Teilstandort Lüttringhausen der katholischen Grundschule Franziskus einstimmig zu. Die KGS wird dort einmalig eine zweite Klasse aufmachen, weil sich 45 Kinder angemeldet haben.

Nur 18 Minuten dauerte die Sondersitzung im großen Sitzungssaal des Rathauses. Am Ende blieb eine Ungewissheit: Was passiert mit dem Hauptstandort der Adolf-Clarenbach-Grundschule? Der bewegte sich mit 30 Anmeldungen im Grenzbereich, gerade so eben auf der komfortablen Seite. Denn mit 30 hätten zwei sehr kleine 15er-Klassen gebildet werden können. So war es die Absicht der Schulverwaltung.

Schulamtsleiter Arndt Liesenfeld deutete an, dass sich mittlerweile zwei Kinder umorientiert hätten, Schulleiterin Beate Godoy-Smedel ergo nur noch 28 Anmeldungen für das kommende Schuljahr vorliegen. Das hieße: Es kann nur eine Klasse gebildet werden.

„Wir dürfen keine Klassen unter 15 Schülern genehmigen“, betonte Dezernent Thomas Neuhaus. Erden Ankay-Nachtwein, deren Sozialdemokraten mit der Weigerung abzustimmen in der vorhergehenden Sitzung den Auslöser für die nochmalige Zusammenkunft gegeben hatte, stimmte mit der SPD für die zusätzliche Eingangsklasse der KGS in Lüttringhausen. Nach langer fraktionsinterner Diskussion präsentierte Ankay-Nachtwein im Ausschuss auch keine Lösung für den Hauptstandort der Adolf-Clarenbach. Sie empfahl dem Schulamt „Eltern so zu beraten, dass sie zur Adolf-Clarenbach kommen“. Alexander Schmidt (CDU) entgegnete: „Es ist nicht die Aufgabe einer Verwaltung, Eltern, die ihre Kinder anderswo hinschicken wollen, umzustimmen. Das darf und kann sie nicht.“ Der Elternwille ist bindend. Brigitte Neff-Wetzel (Die Linke) stimmte der Verwaltungsvorlage „mit Bauchschmerzen“ zu: „Es wäre nicht nur schade für die Adolf-Clarenbach, sondern auch pädagogisch nicht sinnvoll, im Gemeinsamen Lernen nur eine Klasse mit 28 Schülern zu bilden.“ Auch Waltraud Bodenstedt (WiR) hielt eine derart große Klasse für eine Zumutung: „Das ist nicht durchführbar.“

Bei den Anmeldungen können sich noch Verschiebungen ergeben
Andererseits blieb der Fachausschuss realistisch. Jutta Velte (Grüne) versicherte: „Natürlich würden wir uns freuen, wenn die Adolf-Clarenbach zwei kleine Klassen bilden könnte. Aber wenn es unter 15 sind, müssen wir uns an Recht und Gesetz halten.“ Auf letzteres verwies auch Bernd Schaub (FDP): „Die Pädagogik ist die eine Sache, das Gesetz die andere. Wir können nur hoffen, dass sich genug Kinder finden.“

Tatsächlich können sich in dem „tagesaktuellen Anmeldeverfahren“ (Neuhaus) Verschiebungen ergeben. Wohin die Waagschale dabei zeigt, ist offen. Eine oder zwei Klassen - beides ist möglich.

Autor: Andreas Weber