Sauberkeit an Schulen bleibt Thema

Sauberkeit an Schulen bleibt Thema
RGA - Remscheider General-Anzeiger vom 17.11.2017

SCHUL- UND GESUNDHEITSAUSSCHUSS DISKUTIEREN, OHNE EINE LÖSUNG ZU FINDEN. GESUNDHEITSAMT ERHEBT BEDENKEN GEGEN DESINFEKTIONSSPENDER.

Die Sauberkeit in Remscheider Schulen hat aktuell zwei Fachausschüsse des Stadtrats beschäftigt. Zu einem greifbaren Ergebnis sind sie nicht gekommen. Die CDU-Fraktion hatte angefragt, was es kosten würde, Handdesinfektionsstationen aufzuhängen. Weshalb das aber keine gute Idee für Schulen sei, erklärte Dr. Frank Neveling, Leiter des Gesundheitsamts, im Schulausschuss. Fraktionssprecher Alexander Schmidt hatte wissen wollen, weshalb die Spender in Tagesstätten geeignet sind und in Schulen nicht.

Neveling zeigte großes Verständnis für die Sorge – gerade im Winter und vor dem Hintergrund, dass ab und zu Infektionen in größerer Anzahl auftauchen. In der Kindertagesstätte seien die Spender „unabdingbar, zumal die Kinder immer jünger werden“ und heute U-3- ebenso wie U-2-Kinder an der Tagesordnung seien. Da gehe es aber wohlgemerkt um die Erzieherinnen und nur indirekt um die Kinder.

Zumal Erzieherinnen heutzutage immer mehr Pflegeleistungen erbringen, würde das Gesundheitsamt die Erzieherinnen beraten und impfen; sie seien eine eindeutige Zielgruppe für die Desinfektion. Richtiges Händewaschen mache 90 Prozent der Keime den Garaus. Darum empfiehlt Neveling nach jedem Einkauf im Supermarkt dringend, die Hände zu waschen. Denn den Einkaufswagen haben „vor Ihnen schätzungsweise bereits 500 andere Menschen angefasst“.

Weshalb der Hygienespender indes für die Schule nicht in Frage komme, das liege an der Einstufung des Desinfektionsmittels als „Gefahrstoff“. Das hat damit zu tun, dass Alkohol in den Lösungen ist. „Sie müssten parallel einen Hautschutzplan mit Rückfettungen konzipieren“, wenn Kinderhände regelmäßig mit Alkohol überzogen würden.

Fazit: Bei Kindern bedeuten Desinfektionsspender „mehr Gefährdung als Nutzen“, zumal der Missbrauch nicht auszuschließen sei: dass Kinder den Alkohol beispielsweise als Brandbeschleuniger nutzen. Sinn machten Spender fraglos auf Toiletten für Lehrkräfte. Neveling schließt auch nicht aus, dass man „anlassbezogen“ öffentliche Gebäude in kürzeren Abständen desinfiziere. Im Übrigen biete er an, eine Schulung aus 2016 – mit seinerzeit eher verhaltener Resonanz – zu wiederholen.

Abgesehen von der Frage der Sinnhaftigkeit verfügen alle städtischen Kindertageseinrichtungen – je nach Größe der Einrichtung – über mindestens einen fest installierten Spender im Bereich der Personal- oder Gäste-WC. Würde man Schulen damit ausstatten, kostete das rund 5000 Euro an Investitions- plus 5000 Euro pro Jahr. „Eine Wiederauffüllung ist nicht zulässig“, da diese Spender dem Arzneimittelgesetz unterliegen.

Grundreinigungen sind aufwendige Angelegenheit
Händehygiene, so das Gesundheitsamt, spiele beim Schutz vor übertragbaren Krankheiten eine wichtige Rolle. Gründliches und richtiges Händewaschen – allein mit Seife und warmem Wasser – und Abtrocknen mit Einmalhandtüchern senke die Übertragung von Krankheitserregern drastisch und sei für den Alltag völlig ausreichend.

Waltraud Bodenstedt sagte, dass WiR ganz gerne „den Zeitplan hinter dem Putzplan“ herausgefunden hätte. Nach Aussagen von Abteilungsleiter Volker Meermann, zitierte sie, sei eine Grundreinigung davon abhängig, dass Schulen die Notwendigkeit entsprechend kommunizieren.

Grundreinigungen sind aufwendig, bestätigt Gebäudemanager Thomas Judt. Die Klasse müsse ausgeräumt werden, um die Fußboden-Versiegelung abzuziehen, den Boden je nach Gebrauchsintensität zu reinigen, neu zu versiegeln, trocknen und einziehen zu lassen. Um das Mobiliar zwischenlagern zu können, gehe das nur während der Schulferien.

Im Sozialausschuss bestätigte Schmidt, dass oft nicht gereinigt werde, weil „überall etwas herumliegt“; Bodenstedt berichtete, dass sie mit Erden Ankay-Nachtwein (SPD) beim Fachdienst recherchiert habe. Dezernent Thomas Neuhaus meinte: „Wir haben keine Veranlassung zu sagen, unsere Schulen seien schmutziger als andere“.

Autor: Thomas Wintgen

Kommentare

Liebe Verantwortlichen, Es

Liebe Verantwortlichen,
Es gab, und muß wieder eingeführt werden, mal Zeiten, da mußten die Schüler aller Klassen ihren Dreck selbst wegmachen. Und für die Verunreinigungen sowie Zerstörungen ihrer (vom Steuerzahler finanzierten) schulischen Anlagen und Lehrmittel SELBST Verantwortung in Form von Ordnung u. Sauberkeit sorgen, sowie dessen Erhalt aufkommen.
Den Eltern fiel hier (durch deren Erziehungsmaßnahmen) eine echte Verantwortung (bis zum Schadenersatz) zu.
Da hilft nicht nur "Beschwerde" einzureichen, sondern selbst mal für Erziehung zu sorgen.
Danke
(Anmerkung:
Man nannte solche Ordnungs/Säuberungstätigleiten durch wechselnde Schüler z.b. Flurdienste. Zuständig für den Erhalt ihrer Anlagen u. Lehrmittel - also Verantwortungsbereitschaft. Und das nicht nur beim erlangen von Protzgegenständen, welche meist nicht auf ihren Mist gewachsen sind.
Nun bin ich aber auf die "Reaktion" darauf NICHT gespannt, denn diese verweichlichte Fußpilzgeneration hat es in den Pausen wohl eher mit rauchen oder Handyspielereien zu schaffen. Und hier ist jede Schule gemeint.
(Ausnahmen bestätigen natürlich immer die Regel)