Klarheit und Transparenz – Fördermittel für die Gestaltung des Vorplatzes vor der Moschee

Klarheit und Transparenz – Fördermittel für die Gestaltung des Vorplatzes vor der Moschee 06.02.2017

Pressemitteilung der Ratsgruppe der W.i.R.

Am Samstag, dem 04.02. trafen sich Fraktions-, Gruppenvorsitzende und Geschäftsführer von SPD, GRÜNEN, FDP und W.i.R. mit Herrn Himmet Ertürk, Vorsitzender der DITIB-Gemeinde, auf dem Vorplatz der Moschee in Stachelhausen zu einer Besichtigung und einem anschließenden Gespräch.
Die Fraktionen und Gruppen wollen Transparenz in die derzeit geführte Diskussion bringen und der Vorsitzende der DITIB-Gemeinde, der von Herrn Metin Göcer und Herrn Haci Sahin begleitet wurde, stellte sich den offenen Fragen.
Sven Wolf, SPD: „Uns erreichten in unseren Fraktionen und Gruppen in den letzten Wochen viele kritische Fragen. Mit unserer kurzfristigen Besichtigung der Baustelle und dem Gespräch mit den Vertretern der DITIB Remscheid haben wir darauf reagiert.

Insgesamt führten wir ein offenes, aber auch kritisches Gespräch. Eine frühere öffentliche Stellungnahme hat die DITIB leider versäumt. Der Vorsitzende räumte ein, die DITIB habe die öffentliche Reaktion unterschätzt. Die DITIB muss mehr in die Öffentlichkeit gehen. Dies kann etwa gelingen, wenn der sehr ansprechend und schön gestaltete Innenraum der neuen Moschee für die Anwohner im Stadtteil und der gesamten Öffentlichkeit auch in der Rohbauphase fortlaufend vorgestellt wird.

Unser Appell: Wir werden die Menschen, die hier leben, egal welche Religion sie haben oder ob sie nicht glauben, nicht auseinanderbringen lassen.“

Waltraud Bodenstedt, W.i.R.: „Wie stellt sich die DITIB-Gemeinde die weitere Finanzierung zum Bau der Moschee vor? Sind die Spendenaufkommen aus Remscheid für Remscheid, oder fließen auch Zuschussmittel aus dem Dachverband oder von der türkischen Religionsbehörde ein?“
Himmet Ertürk: „Die DITIB-Remscheid erhält keinerlei finanzielle Zuwendungen aus der Türkei. Die Investitionen zum Bau der Moschee werden aus den Mitteln der eigenen Mitglieder und Spenden Dritter aufgebracht. Öffentliche Fördergelder sind noch nicht geflossen. Zweimal im Jahr wird auch aus Remscheid für die Großmoschee in Köln gespendet.“
Philipp Wallutat, FDP: „Fördergelder werden aus dem Fördertopf Stadtumbau West finanziert und sollen für die Gestaltung des Außenbereichs der Moschee verwendet werden. Wie wird man die Fläche nutzen?“
Himmet Ertürk: „Wir freuen uns, dass wir mit der Gestaltung eines schönen und attraktiven Außenbereichs einen Beitrag zur Belebung des Stadtteils Stachelhausen leisten können. Allen Remscheiderinnen und Remscheidern wird der Innenhof und die Freifläche vor der Moschee offenstehen.“
Beatrice Schlieper, Bündnis 90/DIE GRÜNEN: „Die Bespitzelungsvorwürfe werfen viele Fragen auf. Was kann der Vorsitzende der DITIB-Gemeinde dem entgegensetzen?“
Himmet Ertürk: „Ich bin selbst im öffentlichen Dienst und stehe zur demokratischen Grundordnung. Weder der Imam noch ein anderes Mitglied der Gemeinde sind in irgendeiner Weise an den derzeit in Rede stehenden Ausspionierungshandlungen von Mitgliedern anderer Gemeinden beteiligt. Dies wurde auch vom Staatsschutz bestätigt.“
Zur Frage von Waltraud Bodenstedt, W.i.R., im Bezug zur Vereinsführung und deren Verbindung zur Religionsbehörde Diyanet, antwortet Himmet Ertürk: „Die DITIB-Gemeinde Remscheid ist ein eingetragener und somit selbstständiger Verein. Wir sind keinen Weisungen des Landes- oder des Bundesverbandes von DITIB unterworfen. Unser Imam wird bisher von der Diyanet-Religionsbehörde aus der Türkei gestellt. Unser Ziel bleibt es, einen in Deutschland ausgebildeten Imam einzustellen, sobald jemand zur Verfügung steht.“
Zusammenfassend erklärt Sven Wolf, SPD: „Wir haben die Anspielungen aber auch Zweifel ausräumen können. Allen Beteiligten ist klar - Fördergelder fließen nicht für den Bau der Moschee, sondern für die öffentlichen Freiflächen, die für alle Remscheiderinnen und Remscheider offenstehen werden. Mit der Gestaltung des Vorplatzes an der Weststraße kann somit eine Fläche entstehen, die die Verbindung zwischen der nördlich gelegenen Innenstadt und dem südlichen Stadtteil Blumental stärkt.“