Warum wurde eine Schallimmissionsprognose durchgeführt?

Warum wurde eine Schallimmissionsprognose durchgeführt? 02.10.2013

Offener Brief der W.i.R. an

Diyanet Isleri Türk Islam Birligi Projektbeauftragter Herr Himmet Ertürk

Sehr geehrter Herr Ertürk,

mit großem Interesse und Respekt vor der Leistung Ihres Kulturvereines beobachten W.i.R. den Bau der Moschee an der Weststraße in Stachelhausen.

Sicher erinnern Sie sich noch sehr gut an die teils sehr emotionale Diskussion im Jahr 2011 um die Frage:

Ruf des Muezzin Ja oder Nein?

Es ist kein Geheimnis, dass sich die W.i.R. gewünscht hatte, ein vertragliches NEIN zum Ruf des Muezzins zu vereinbaren. Dafür gab es leider keine politische Mehrheit. Sie haben mehrmals die Aussage gemacht, dass es keinen Ruf des Muezzins vom Minarett (stilles Minarett) Ihrer Moschee geben wird.

Darauf vertrauen W.i.R, wie die gesamte Politik und Verwaltung in Remscheid. In einem Interview im RGA am 30.09.2013 haben Sie zu den Befürchtungen einer Lärmbelästigung, welche durch den Ruf des Muezzins entstehen würde, folgendes geantwortet:

Zitat: „Das ist vom Tisch. Wir haben extra eine Schallimmissionsprognose in Auftrag gegeben, um diesen Befürchtungen entgegenzuwirken.“ Zitat Ende

Diese Antwort irritiert uns

Wenn es keinen Ruf des Muezzins geben soll, wie von Ihnen versprochen, warum dann eine Schallimmissionsprognose?

W.i.R. bitten Sie um eine Klarstellung.

Lesen Sie hier mehr zum Thema

 

gez.
Wieland Gühne
Fraktionsvorsitzender
gez.
Roland Kirchner
Fraktionsgeschäftsführer




Kommentare

Ich finde es sehr erfreulich,

Ich finde es sehr erfreulich, dass die DITIB in Bezug auf einen Muezzinruf eine Schallimmissionsprognose in Auftrag gegeben hat.
Gibt aber jemand Geld für ein Gutachten aus, wenn er nicht irgendwo doch mit dem Gedanken spielen würde, den Ruf erschallen zu lassen?

Selbst wenn dieses völlig absurd wäre und die DITIB immer noch zu ihrer ursprünglichen Aussage steht, scheint es doch um Schall zu gehen? Bei der bekannten DITIB-Kooperationsfreudigkeit und Toleranz gegenüber den Nachbarn dürfte es doch kein Problem sein, diese Schallimmissionsprognose öffentlich zu machen? Und alle wären wieder glücklich und zufrieden. Langfristig.

Die Antwort der DITIB liegt

Die Antwort der DITIB liegt vor. Es wird keinen Ruf des Muezzin geben.

Zu der damaligen Rummeierei

Zu der damaligen Rummeierei der DITIB in bezug auf ein "vielleicht mal in ein paar Jahren könnte..." u. zur schriftl. Vereinbarung zum lautlosen Minarett: Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch nachahmen, das ist der leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste. (Konfuzius) H.Ertürk sollte sich mal vor Augen halten, wo überall diesbezüglich gleiche Versprechen getätigt u. gebrochen wurden. Mich würde da schon mal interessieren, was/wo an einer Baustelle ohne den - nach Fertigstellung angedachten Publikumsverkehr - zu messen ist. Noch gibt es doch noch keine Besucherströme u. Verkehrsdichte, welche zeitnah zu erfassen ist. Vor allem an einer Wirtschaftszone - sprich Bahnhof/Metallverarbeitung....usw.. Oder irre ich mich..? Trotz alle dem, ein Gotteshaus sollte für Gläubige kein Tabu sein.

Sehr geehrter Herr Ertürk,

Sehr geehrter Herr Ertürk,

zunächst einmal zu den Dingen, die eigentlich selbstverständlich sind, wie Sie richtig anmerken. Dass jemand, der in der Bundesrepublik Deutschland lebt, ein friedliches Miteinander wünscht, bedarf nicht der ständigen Wiederholung. Das ist einfach Fakt. Es ist sehr erfreulich, dass Sie auf die W.i.R.-Anfrage nun erstmalig klar und deutlich gesagt haben "es wird keinen Ruf des Muezzins geben". Das verdient höchsten Respekt und beendet die Debatte an dieser Stelle sicher auch nachhaltig. Warum es nach Ihrer Aussage mit der Schallimmissionsprognose sehr wohl einen triftigen Grund zur Nachfrage gabe, machen folgende Zitate überdeutlich:

Artikel in der Bergischen Morgenpost vom 12.03.2012

"Verzicht auf Muezzin-Ruf - Dauer unklar": "Die türkisch-islamische Gemeinde zu Remscheid (DITIB) hat sich noch nicht festgelegt, wie lange sie in der neuen Moschee an der Stachelhauser Straße freiwillig auf den Muezzin-Ruf verzichten will ( H. Ertürk bei einer Mitgliederversammlung der Grünen). Ertürk betonte, dass nach dem Grundrecht auf Religionsfreiheit die DITIB einen Anspruch auf den Ruf des Muezzin vom Minarett habe, man aber in Remscheid ZUNÄCHST! freiwillig auf dieses Recht verzichten wolle. Zunächst könne die nächsten fünf oder zehn Jahre bedeuten oder auch immer. Wir wollen uns der Gesellschaft mehr öffnen." Zitat Ende.

Dazu noch ein Auszug aus dem Kommentar des BM-Redakteur Henning Röser vom selben Tage: "Eine klare Aussage zum jetzigen Zeitpunkt könnte die Gemüter beruhigen, würde zusätzliches Vertrauen schaffen. Diese Chance hat die DITIB am Mittwoch verpasst!" Wie dem auch sei, Ihre jetzige Aussage ist klar, an Deutlichkeit nicht zu übertreffen und für immer verbindlich. Das ist gut so, und dafür gebührt Ihnen unser aller Dank.

Am 02.02.2014 um 13.30 Uhr

Am 02.02.2014 um 13.30 Uhr ist offizielle Grundsteinlegung.

 

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