Sachstandsbericht Sana-Klinikum

Sachstandsbericht Sana-Klinikum 25.10.2012

Anfrage zur Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Wohnen am 06.11.2012, des Seniorenbeirats am 22.11.2012 und des Beirats für die Gleichstellung der Menschen mit Behinderungen am 27.11.2012

Die W.i.R.-Fraktion bittet den Ausschuss für Gesundheit und Wohnen, er möge beschließen, die Verwaltung möge die Leitung des Sana-Klinikums darum bitten, einen Sachstandsbericht zur aktuellen Situation im Klinikum vorzutragen und folgende Fragen zu beantworten:

Etliche Berichte von Patienten und deren Angehörigen geben Anlass zur Sorge, dass dort so manches nicht mehr rund läuft. So entstehen aus dem Tagesablauf auf den Stationen folgende Fragen:

  1. Welche Disziplinen werden inzwischen auf der Station BO 5 behandelt? Dort sind fast alle Zimmer durchweg mit vier Betten belegt, davon eines stets an der Längsseite. Die vierten Betten sind nicht an den zentralen Versorgungsleisten für die Betten angeschlossen, zum Nachteil dieser Patienten. Die Durchgänge zwischen den drei Betten und dem vierten Bett sind so eng, dass eine ordentliche Versorgung kaum möglich ist. Wie werden im Notfall, vor allen Dingen bei Bränden, unter solchen Bedingungen noch alle Patienten zügig aus diesen Zimmern evakuiert werden können? Kann es sein, dass diese Misere hausgemacht ist, durch die Schließung einer ganzen, nämlich der oberen Etage im Bettenhaus Ost. Gleichzeitig aber das alte Bettenhaus Süd zu einem komfortablen Privatbereich umgebaut wurde.
  2. Kann es sein, dass das Personal auf der Station BO 5 durch die Belegung mit allen möglichen Grunderkrankungen manchmal nicht mehr weiß, wie Patienten im Einzelfall versorgt werden müssen?
  3. Ist es möglich, dass die manuellen Patientendateien auf den Stationen häufig nicht im Einklang mit der zentralen EDV-Patientendatei stehen und man dadurch bei Patienten, die von anderen Stationen zur Station BO 5 verlegt werden, manchmal nicht weiß, welche Erkrankungen vorliegen und welche Medikamente erforderlich sind?
  4. Ist es denkbar, dass die Desinfektionsvorsorge gegen multiresistente Keime auf den Zimmern nachlässig durchgeführt wird? So geht zum Beispiel beim Patientenwechsel eine Pflegekraft mal eben kurz mit einem feuchten Lappen durch die Nachtschränkchen und den Kleiderschrank. Früher wurden die Nachtschränkchen grundsätzlich zur Desinfektion aus den Zimmern geholt.
  5. Kann es sein, dass die Berufsfeuerwehr mit allen Patienten, auch solchen, die den ausdrücklichen Wunsch geäußert hatten, nicht ins Sana-Klinikum gebracht zu werden, nur noch ins Sana-Klinikum nach Remscheid oder Radevormwald fährt? Ist eine Wahlfreiheit des Klinikums in Remscheid offenbar nicht mehr gegeben? Dringende Notfälle natürlich ausgenommen.
  6. Sieht sich das Sana-Klinikum selbst nur noch als reines Notfallkrankenhaus und meint, damit z.B. die Situation auf der Station BO 5 entschuldigen zu können?

 

Fazit : Wenn nur ein Teil des Geschilderten Alltag im Klinikum ist, haben wir dann in Remscheid ein echtes Problem? Angestrebte Gewinnmaximierung in einem Wirtschaftsunternehmen ist das Eine. Möglicherweise aber dadurch bedingte fahrlässige Gefährdung von Patienten ist jedoch absolut inakzeptabel.

Mit freundlichen Grüßen

gez.
Hans Gerd Göbert
Mitglied im ASGW und SeB
gez.
Claudia Droste
Mitglied im BeB

Kommentare

Die Punkte 1. - 3. sowie 6.

Die Punkte 1. - 3. sowie 6. sind leider nachdrücklich zu bestätigen, da wir diese Situationen als Angehörige eines krebskranken Patienten für die letzten 4 Monate ausnahmslos bestätigen müssen. Zweimal sollte eine Einweisung auf Anraten der Hausärztin auf die Kardiologie erfolgen (neben der Krebserkrankung können durchaus noch andere Krankheitssymptome bei einem Patienten auftreten, die auch bei einem krebskranken Patienten noch behandlungsbedürftig sind), leider wurde eine Unterbringung auf der Kardiologie immer wieder mit fadenscheinigen Argumenten abgelehnt. Eine Versorgung durch den Kardiologen auf der BO 5, wie zugesagt, fand nicht im Entferntesten statt. Es wurde stets eine 08/15-Standardversorgung durchgeführt, aber auch nur, wenn wir als Angehörige massiv darauf bestanden haben und diese auch kontrollierten. Ansonsten lag unser Vater als "zum Tode Geweihter" und mit wenig Hoffnung auf irgendeine Besserung (das wissen Sie doch sicher "lieber Angehöriger") als Kosten verursachender und Gewinn einbringender Patient meist in einem Dreibettzimmer, das aber mit vier Betten belegt wurde. Eine hinreichende Hilfestellung auf dem Weg zum Waschbecken oder zur Toilette oder (oh weh, welch eine absurde Bitte) nur die Hilfestellung auf einen Toilettenstuhl konnte bei dieser Belegsituaion natürlich nicht gewährleistet werden. Hätten wir als Angehörige nicht täglich darauf geachtet, dass wenigstens die allernötigsten Leistungen seitens des Pflegepersonals erbracht wurden, so hätte unser Vater noch mehr zu leiden gehabt, als dies jetzt schon der Fall war. Selbst nach massiven Beschwerden bei der Pflegedienstleitung und Beschwerdestelle und anschließender Überprüfung durch diese Stellen auf der Station unter Hinzuziehung der Patientenakte brachte zwar eine Bestätigung der Missstände, leider jedoch keine Abhilfe. Leider muss auch der zuständige Oberarzt in diese Kategorie mit eingeordnet werden, der von einem Tag auf den anderen einen schwerst pflegebedürftigen Patienten ohne irgendeine Info an die Angehörigen entlassen will, obwohl ein paar Stunden vorher zugesichert wurde, dass dies auf keinen Fall passieren würde. Leider zählt der Patient auf dieser Station überhaupt nicht, Hauptsache er bereichert die Statistik und lässt die Gewinnspanne steigen.
Das ist ein absolut trauriges Ergebnis für das Sana Klinikum der Stadt Remscheid. Bitte betrebien Sie weitere Aufklärungsarbeit und bringen dies der Öffentlichkeit zur Kenntnis, vielleicht hilft es ja den weiteren Patienten!

Die Bergische Morgenpost hat

Die Bergische Morgenpost hat heute zum Sana-Klinikum einen Bericht veröffentlicht.

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Hier können Sie einen weiteren Leserbrief lesen.

Eine Online-Befragung der

Eine Online-Befragung der Bergischen Morgenpost ergab folgendes Ergebnis.

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Das Thema bewegt. Wieder können Sie einen weiteren Leserbrief lesen.

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Hier können Sie die Pressemitteilung der Geschäftsführung des Sana-Klinikums Remscheid nachlesen.

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