Akropolis wird geschlossen

Akropolis wird geschlossen 01. April 2010

Pressemitteilung der Ratsgruppe der W.i.R.

Viele Bürger haben sich in den letzten Tagen die Frage gestellt: Wo ist die Gestaltungsmehrheit? Man hört und sieht nichts. Wo sind die Sparmotoren Meinecke, Schlieper und Lüttinger? Arbeiten sie am zweiten Sparpaket? Mitnichten, wie wir aus sogenannten gut unterrichteten Kreisen hören, sind sie in Griechenland. Bundesaußenminister Westerwelle persönlich hat den Deal eingefädelt. Die Regierung Griechenlands hat das Außen- und Finanzministerium um Hilfe bei Bewältigung der katastrophalen Finanzsituation gebeten. Schnell war klar, nur die Besten können Griechenland helfen. Genau so klar war, dass nur die Chefs der Gestaltungsmehrheit für diese Aufgaben in Betracht kamen. Nicht nur dass sie mit geradezu übermenschlichem Einsatz Remscheid retten, nein, sie sind bereit Wege zu gehen, welche die Finanzwelt aufhorchen lässt. Wie ernst die Situation in Griechenland ist, kann man daran erkennen, dass die griechische Regierung ungewöhnlich undiplomatisch das Angebot von Oberbürgermeisterin Wilding und ihrem Städteplaner ablehnte, an der Rettungsdelegation aus Remscheid teilnehmen zu dürfen. Nein, war die Reaktion und die Begründung: "Es stehe keine Straße zur Eröffnung an und Sonnenschein habe man in Griechenland mehr als genug."

Inzwischen so hört man, haben sich die Remscheider Sparfüchse aufgeteilt und ihr Spezialwissen in vielen Gesprächen erfolgreich eingebracht.

Frau Schlieper (B90/Grüne) hat ihre Erfahrungen unter die Überschrift "Sparen durch mehr Bürgermeister" gestellt. Insbesondere bei den griechischen Kommunalpolitikern ist ihr Konzept gut angekommen. Auch ihre Aufforderung an die Griechen: "Nun sagen Sie doch mal, auf was Sie verzichten wollen und welche kulturellen Einrichtungen entbehrlich sind." Ist mit deutlich größerer Begeisterung aufgenommen worden als in Remscheid. Alle öffentlich geförderten Sprachkurse wurden eingestellt und staatliche Sprachschulen geschlossen.

Herr Lüttinger (FDP), seines Zeichen Bauexperte, hat sich die Korruption in Griechenland vorgenommen. Bebauungspläne und Baugenehmigungen ohne Vitamin B sind sein Credo. Inzwischen sollen sich die Freiberufler geradezu in die Kommunalparlamente drängen. Hat doch der Remscheider Bauexperte in wenigen Tagen erreicht, dass die Akropolis abgerissen wird und dort schmucke altengerechte Wohnungen mit fantastischem Weitblick gebaut werden. Vermessungsämter gibt es in Griechenland nicht mehr und die Stadtplanungsabteilungen der Kommunalverwaltungen wurden von Investmentfirmen übernommen. Dass die Ansiedlung von Lebensmitteldiscountern in den letzten Wochen explosionsartig gestiegen ist, sei allerdings rein zufällig.

Herr Meinecke soll von der Konsequenz der Griechen beeindruckt sein. Hatte er doch jüngst deutlich gemacht, dass der Sparwille innerhalb der Remscheider Verwaltung nicht sehr ausgeprägt sei. Überzeugt hat ihn, dass die griechischen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst Einkommenseinbußen auferlegt bekommen. Statt den Griechen das Konzept eines zusätzlichen Oberbürgermeistertages anzudienen, wird er, so hört man, seiner Oberbürgermeisterin empfehlen, die Gehälter der Stadtbediensteten zu kürzen.

W.i.R. wissen nicht, wann wir unsere Sparfüchse auf dem Remscheider Hauptbahnhof wieder in die Arme schließen können. Wir rufen ihnen zu : "Bleibt nicht zu lange, Remscheid braucht euch!"

Mit freundlichen Grüßen

gez.
Wieland Gühne
Fraktionsvorsitzender
gez.
Roland Kirchner
Fraktionsgeschäftsführer
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