Beate Wilding bleibt Oberbürgermeisterin in Remscheid

Beate Wilding bleibt Oberbürgermeisterin in Remscheid
RGA - Remscheider General-Anzeiger vom 31.08.2009

Was am Anfang nach einer klaren Angelegenheit aussieht, wird am Schluss eine echte Zitterpartie. Für beide Seiten. Beate Wilding sieht zu Beginn des Wahlabends wie die klare Siegerin der OB-Wahl aus - doch im Laufe des Abends schrumpft ihr Vorsprung immer weiter zusammen.

Jochen Siegfried, ihr CDU-Herausforderer, rückt immer näher heran. Erst nach dem vorletzten Wahlbezirk steht fest: Siegfried schafft es nicht. Beate Wilding bleibt Oberbürgermeisterin in Remscheid - mit gerade einmal 592 Stimmen Vorsprung vor ihrem Herausforderer.

Es ist weit nach 21 Uhr, als im Ämterhaus Applaus aufbraust: Mit Familie und engsten Mitarbeitern schreitet Beate Wilding die Treppe hinauf - und lässt sich von Genossen wie Grünen mit frenetischem Applaus feiern. Kurz zuvor hatte dort auch Jochen Siegfried mit seiner Verlobten artigen Applaus bekommen. Ebenso wie WiR-Kandidat Gunther Brockmann stellt sich Siegfried der Öffentlichkeit - auch wenn ihm die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben steht. "Aber es sind Wahlen. Der Souverän hat entschieden", akzeptiert der Unterlegene das Wahlergebnis.

Heute, beim Wandern, will er sein Ergebnis analysieren. Morgen beginnt nach mehreren Wochen Wahl-Auszeit wieder der Alltag - als Referent des Wuppertaler OB Peter Jung. "Ich bin als OB-Kandidat angetreten, und darauf habe ich mich in den vergangenen Wochen konzentriert." Ob er sein Ratsmandat annehmen wird, das er mit Listenplatz 1 der CDU errungen hat, ließ Siegfried ebenfalls offen.

Dann kommt Beate Wilding. Lässt sich feiern, lässt sich umarmen - und drückt auch dem Radioreporter erstmal einen Schmatzer auf die Wange. "Die ganze Anspannung fällt ab", strahlt die alte und neue Rathaus-Chefin, der zwischenzeitlich Tränchen im Augenwinkel stehen. Der allererste, der ihr noch im Büro per Telefon gratuliert, sei ihr Amtsvorgänger Fred Schulz (CDU) gewesen, gegen den sie vor fünf Jahren so hauchdünn gewonnen hatte: "Dass Du es immer so knapp machen musst. . ."

Ähnliche Worte schickt auch Peter Jung, wiedergewählter CDU-OB von Wuppertal, durchs Handy. Am Ende reichen Wilding 46,4 Prozent der Stimmen, Jochen Siegfried kommt auf 45 Prozent.

"Heute wird gefeiert - und ab morgen packen wir die Probleme von Remscheid an", heißt Wildings Devise für den Abend.

Die vergangenen fünf Jahre im Rat seien nicht einfach gewesen. Für die nächste Zeit hoffe sie, "dass wir alle zum Wohle unserer Stadt zusammenarbeiten werden. Dazu biete ich allen fünf Fraktionen das Gespräch an", wiederholt Wilding ihr Angebot, mit dem sie bereits vor fünf Jahren die Arbeit auf dem Chefsessel im Rathaus aufgenommen hatte.

Autor: Kerstin Neuser

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