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DOC: Die Weichen sind gestellt

DOC: Die Weichen sind gestellt
LA - Lüttringhauser Anzeiger vom 19.12.2013

Der Rat hat den Verkauf der Grundstücke in Lennep beschlossen. „Unsere Arbeit gegen dieses Projekt ist nicht beendet“, kündigt die Bürgerinitiative Lennep an

Der Remscheider Stadtrat hat die Weichen für das Designer Outlet Center (DOC) in Lennep gestellt und den Verkauf der Flächen des Röntgen-Stadions und der umliegenden Grundstücke mit großer Mehrheit beschlossen. Einzig die Fraktion der Linken sowie W.i.R.-Fraktionsvorsitzender Wieland Gühne votierten dagegen. Die anderen Vertreter der Wählergemeinschaft enthielten sich.

Zweifel an Neutralität der Gutachten

„Heute hat der Rat den Startschuss für eine neue Projektphase gegeben. Hierüber freue ich mich sehr, denn ich sehe das DOC als eine große Chance für Remscheid“, begrüßt Oberbürgermeisterin Beate Wilding den Grundsatzbeschluss und dankt dem Investor McArturGlen für sein Bekenntnis zum Standort Remscheid.

Die Entscheidung des Rates schaffe Rechtssicherheit für beide Vertragsparteien, um nach Abschluss des Kaufvertrages in die Verhandlungen zum städtebaulichen Vertrag mit der Festlegung wesentlicher Detailplanungen zu starten. Gleichfalls sei der Weg nun frei für das Bauleitplanverfahren, das die Aufstellung von Bebauungsplänen sowie den ersatzweisen Ausbau des Sportzentrums Hackenberg zur Verlagerung der wegfallenden Sportflächen umfasst. Die OB versprach, die Fragen und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger zu diesem „Mammutprojekt“ sehr ernst zu nehmen. Nur wenn für das DOC rechtssicheres Baurecht geschaffen werden könne und die gesetzlichen Vorgaben zu funktionierenden Verkehrsströmen und Schutz vor Emissionen erfüllt werden könnten, werde das DOC realisiert. Die Bürgerinitiative Lennep hingegen kritisiert, dass die dem Beschluss zustimmenden Ratsmitglieder sich auf der Grundlage unvollständiger Gutachten entschieden hätten. Damit nähmen die Politiker den Abriss der Katholischen Grundschule, den Verlust städtischer Grundstücke, die Reduzierung von Sportflächen und die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch Feinstaub und Lärm in Kauf. Die Ansiedlung eines DOCs sei keine „nachhaltige Stadtentwicklung“, kritisiert Bettina Stamm, Sprecherin der Bürgerinitiative.

Weiterhin stellt die Initiative die Neutralität der Verkehrsgutachten in Frage und will weitere Schritte sondieren, um im Interesse der Bevölkerung Transparenz herzustellen. „Wir werden auch weiter das Verfahren der Bauplanung sowie die Analysemethoden der Gutachten kritisch begleiten und beleuchten.

Dieser Ratsbeschluss ist eine Provokation gegenüber den berechtigten Bürgerinteressen. Unsere Arbeit gegen dieses Projekt ist an dieser Stelle nicht beendet“, betont Bettina Stamm.

 

Autor: Stefanie Bona

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