Auf Kommentar antworten

Chronologie: Notfallambulanz Sana Klinikum 29.11.2013 von 21.00 Uhr bis 1.15 Uhr

Chronologie: Notfallambulanz Sana Klinikum 29.11.2013 von 21.00 Uhr bis 1.15 Uhr 06.12.2013

Herr Wieland Gühne, W.i.R.-Fraktionsvorsitzender an

Oliver Bredel, Geschäftsführer Sana-Klinikum Remscheid

Sehr geehrter Herr Bredel

ich hatte Gelegenheit anlässlich eines Notfalles, einen Bekannten zu begleiten. Wir erreichten gegen 21.00 das Sana Klinikum, wurden freundlich empfangen und in eines Ihrer „Aufnahmezimmer“ begleitet. Zuerst wurde nachgefragt, welche Beschwerden der Patient hatte. Danach wurde die Bitte nach der Versichertenkarte geäußert. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich mein Bekannter vor Schmerzen gekrümmt, kniend an der Untersuchungsliege fest. Der Patient ist ein erwachsener Mann. Er hatte Tränen in den Augen.

Es folgte eine Wartezeit von ca. 15 bis 20 Minuten.

Da mein Bekannter nachweislich sehr starke Schmerzen hatte, habe ich bei der Anmeldung nachgefragt, ob wir vergessen wurden. Daraufhin kam eine Schwester in das Behandlungszimmer, um sich genauer nach dem Patienten zu erkundigen. Nach der Befragung hielt die Schwester es für sinnvoll, dass meinem Bekannten gegen die starken Schmerzen eine Infusion angelegt werden. Die Schwester verließ den Raum und kam erst einmal nicht wieder.

Es folgte eine Wartezeit von ca. 30 Minuten.

In diesen 30 Minuten habe ich immer wieder, leider vergeblich versucht, auf die Situation meines Bekannten aufmerksam zu machen. In der ganzen Zeit konnte ich niemanden finden. Für mich als Begleitung wurde die Situation auch fast unerträglich, da die Schmerzen meines Bekannten hautnah erlebte und keine Hilfe finden konnte.

Während der Suche nach Hilfe habe ich zwei Patienten im Warteraum angetroffen. Diese Patienten warteten schon seit 16.00 bzw. 17.00 Uhr. Hier erzählte man mir, dass solch langen Wartezeiten normal, nichts Außergewöhnliches seien.

Schließlich kam das Personal in den Behandlungsraum, in dem sich mein Bekannter aufhielt, und es wurde die Infusion angelegt. Es dauerte ca. 10 Minuten und dann war die Infusion durchgelaufen. Mein Bekannter war nun an einen Tropf angeschlossen, dessen Inhalt durchgelaufen war und wir warteten nun darauf, dass mein Bekannter vom Tropf entfernt wurde.

Es folgte eine Wartezeit von ca. 45 Minuten.

Ich machte mich wieder auf die Suche man dem Personal, das uns helfen konnte. Mehrmals lief ich die Gänge auf und ab und suchte nach Hilfe. Dabei einen Patienten kennengelernt, der mir erzählte, dass er eigentlich aufgenommen werden sollte und deshalb dort gewartete hätte. Nach 6 Stunden Wartezeit hatte man dem Patienten mitgeteilt, dass alle Betten belegt seien. Frustriert ging der Patient nach Hause. Wieder wurden mir neue „Wartegeschichten“ über die Notfallambulanz erzählt.

Endlich es ging weiter meinem Bekannten der immer noch in einen Behandlungsraum mit leerer „Infusionsflasche“ saß. Nach über 1,5 Stunden Wartezeit folgten drei Untersuchungen von zwei Ärzten über einen Zeitraum von gut einer Stunde. Dank der Infusion ließ der Schmerz ein wenig nach. Es wurde der Verdacht auf Gallensteine geäußert. Deshalb wurde ein Röntgen angeordnet.

Im Warteraum der Röntgenabteilung saßen schon zwei wartende Patienten. Die Gespräche drehten sich nur um ein Thema: Sana und Wartezeit. Hier haben wir wieder unglaubliche Geschichten erfahren.

Es folgte eine Wartezeit von ca. 30 Minuten.

Als sich dann die Tür zum Röntgenraum, öffnet, stellt ein Herr laut die Frage: „Privat?“ Da sich kein Anwesender meldet, schließt sich die Tür wortlos.

Es folgte eine weitere Wartezeit von ca. 20 Minuten, in der nichts geschieht.

Dann geht es sehr schnell: im Fünf-Minutentakt werden die Patienten untersucht.

Als wir wieder im Behandlungsraum ankommen, waren die Papiere schon fertig. Die Diagnose lautete, dass mein Bekannter zwei gebrochene Rippen hat.

 

Herr Bredel, obwohl mein Bekannter offensichtlich bei der Wartezeit im Vergleich zu anderen Patienten noch gut weggekommen ist, halte ich die Zustände für unhaltbar. Es war kein großer Patientenansturm. Ich habe vielleicht 8 bis 9 Patienten über den Abend verteilt gesehen. Auch ist mir kein aktueller schwerwiegender Notfall aufgefallen.

Meine Kritik geht nicht an Ihre Mitarbeiter, sondern alleine an Sie, Herr Bredel. Sie haben die Verantwortung für diese unhaltbaren Zustände. Sie wissen seit langer Zeit darüber Bescheid und sind offensichtlich nicht in der Lage, das abzustellen.

Da können sich Ihre Mitarbeiter bemühen, wie sie wollen. Sie, Herr Bredel haben es in der Hand etwas zu verändern.

Ich empfehle Ihnen, inkognito oder durch eine Person Ihres Vertrauens sich die ungeschminkte Wahrheit in „Ihrer“ Notfallambulanz anzuschauen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

gez.
Wieland Gühne






Antworten

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bild-CAPTCHA
Tragen Sie bitte die Zeichen in das Feld ein.
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung Ihrer Daten, entsprechend unserer Datenschutzerklärung, zu. Zur Schließung dieses Hinweises muss ein Cookie gesetzt werden.